Es ist das Ende einer Ära - nach nicht weniger als 100.000 Ausgaben: Im Zuge der Einführung seines neuen Nachrichtenstudios stellt ntv im Mai überraschend seine Wirtschaftsmarke "Telebörse" ein, die der Sender seit 1994 im Programm hatte. Die Historie der "Telebörse" reicht sogar noch wieter zurück: Bereits 1987 ging das Format in Sat.1 an den Start, war somit also über fast vier Jahrzehnte im deutschen Fernsehen präsent.

Anstelle der "Telebörse" will ntv künftig auf eine crossmediale Marke setzen, deren Name jedoch ungleich unscheinbarer daherkommt: Die Rede ist künftig schlicht von "ntv wirtschaft". 

Susanne Althoff © RTL / Frank Hempel Susanne Althoff
"Die 'Telebörse' ist seit über 30 Jahren eine feste Größe in der deutschen Wirtschaftsberichterstattung und steht wie kaum ein anderes Format für Verlässlichkeit und Expertise", sagte Susanne Althoff, stellvertretende Chefredakteurin und Leiterin Wirtschaft bei ntv. Dass sie trotzdem nun eingestellt wird, wirkt vor dem Hintergrund dieser Aussage umso verwunderlicher. Mit "ntv Wirtschaft" wollen man "diese starke Marke konsequent" weiterentwickeln weiter. Nur eben ohne den berühmten Titel. Das erklärte Ziel: "Inhaltlich breiter, visuell moderner, crossmedial und noch näher an den Themen, die unsere Zuschauerinnen und Zuschauer bewegen", so Althoff.  

Wie prägend die "Telebörse" für ntv war, zeigt allerdings schon die Tatsache, dass sie mit bis zu 22 Ausgaben täglich im Programm des Nachrichtensenders vertreten war. Insgesamt brachte es die Sendung damit auf mehr als 16.250 Sendestunden - das entspricht über 677 Tage oder rund einem Jahr, zehn Monaten und acht Tagen ununterbrochener Berichterstattung. Die nach ntv-Angaben 100.000. Ausgabe soll nun also tatsächlich die letzte sein.

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