Im April hat vor allem ProSieben seinen Frische-Anteil im Abendprogramm (Lineare Erstausstrahlungen und Free-TV-Premieren in der Zeit zwischen 20:15 Uhr und Mitternacht) im Vergleich zum Vormonat deutlich gesteigert. Er lag nun bei rund zwei Drittel und damit so hoch wie seit November nicht mehr. Auch verglichen mit dem April 2025 füllte ProSieben sein Programm mit deutlich weniger Wiederholungen. Dazu trug auch bei, dass diverse vorrangig für Joyn produzierte Formate am späteren Abend auch im linearen Programm gezeigt wurden.

Betrachtet man die bisherigen vier Monate Januar bis April 2026 zusammen, dann hat ProSieben seinen Frische-Anteil aber trotzdem merklich reduziert, nämlich um sieben Prozentpunkte auf 44 Prozent. Bei Sat.1 ist der Rückgang mit -8 Prozentpunkten über die ersten vier Monate des Jahres auf nun 49 Prozent noch deutlicher, am stärksten Rückläufig im ersten Jahresdrittel war er mit -9 Prozentpunkten aber bei RTLzwei auf nun 30 Prozent Frische-Anteil.

Vox, das sich im Januar und Februar noch stark zurückgehalten hatte, liegt nach den ersten vier Monaten des Jahres nun hingegen schon wieder beinahe auf Vorjahres-Niveau. Nach dem starken Anstieg des Frische-Anteils im März blieb er im April auf diesem Niveau und lag damit 20 Prozentpunkte über dem April-Wert des vergangenen Jahres. Mit im Jahresschnitt nun 38 Prozent liegt Vox aber trotzdem weiter klar hinter Sat.1 und ProSieben. Ganz vorne rangiert im April unterdessen wieder das ZDF, dicht gefolgt von RTL und dem Ersten.

    FIX-Punkte
April 2026
Vergleich zum
Vormonat
Vergleich zum
April 2025
Jahresschnitt '26
(vs 01-04/25)
ZDF 89 von 100 -1 +1 90
(+1)
RTL 86 von 100 -8 -5 88
(-3)
Das Erste 84 von 100 -7 -6 88
(-1)
ProSieben 67 von 100 +14 +9 44
(-7)
VOX 54 von 100 +0 +20 38
(-1)
Sat.1 50 von 100 -9 -11 49
(-8)
RTLzwei 38 von 100 +1 -8 30
(-9)
kabel eins 27 von 100 +6 +9 24
(+2)

Frische-Index-Verlauf bis April 2026

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Quelle: DWDL.de-Recherche
dwdl.de/zahlenzentrale

Wie wir die Daten erheben und was sie aussagen

Wir werten Monat für Monat das Programm der acht großen Vollprogramme zwischen 20:15 Uhr und Mitternacht aus und ermitteln den Anteil an "frischem Programm", wozu wir Erstausstrahlungen und Free-TV-Premieren rechnen. Sendungen, die vorab gestreamt werden konnten, gelten hier ebenfalls als "frisches Programm". Über die Qualität des Programms sagt der Anteil der Erstausstrahlungen natürlich nicht unbedingt etwas aus, doch es ist eines von mehreren Indizien, mit welchem Aufwand ein Programm derzeit betrieben wird.

Zu beachten ist zudem: Der Frische-Index gibt einen Trend an, bildet die Situation aber nicht ganz genau ab. So gibt es beispielsweise einen systembedingten "Nachteil" für Das Erste und das ZDF: Aufgrund der Werbefreiheit müssen sie mehr eigenes Programm produzieren, um die Zeit zu füllen, während die Privatsender einen gar nicht so geringen Teil des Abends mit Werbeblöcken füllen. Eine Stunde Erstausstrahlung ohne Werbung im Ersten haben wir aber genauso gewertet wie eine Stunde Erstausstrahlung bei den Privaten mit Werbung.