Veränderung im Hause Axel Springer: Ulf Poschardt gibt die Position des Herausgebers bei "Welt", "Politico Deutschland" und "Business Insider Deutschland" zum 1. Juli auf eigenen Wunsch auf. Die drei Titel hatte Springer vor einiger Zeit als "Premium"-Gruppe neu am Markt positioniert, Poschardt war erst seit dem vergangenen Jahr Herausgeber. Damals zog sich der langjährige "Welt"-Herausgeber Stefan Aust aus dem Unternehmen zurück. 

Ulf Poschardt wird Springer im Zuge der Veränderungen aber nicht verlassen - im Gegenteil. Der Verlag hat angekündigt, dass er in eine neue Rolle schlüpfen soll. Konkret wird Poschardt künftig "Freiester Mitarbeiter" von Axel Springer für die "Premium"-Gruppe. Darüber hinaus soll er auch für alle deutschen und internationalen Medienmarken des Hauses arbeiten, neben den genannten also unter anderem auch "Bild". 

In seiner neuen Rolle soll Poschardt als Autor, Podcaster und Creator "maximale journalistische Freiheit", so das Wording von Axel Springer, nutzen und ganz auf ihn zugeschnittene Formate entwickeln. Dazu gehören beispielsweise tägliche Drei-Fragen-Drei-Antworten-Clips für alle Social Media-Plattformen oder eine 1:1-Talkshow für den Nachrichtensender Welt. Bei "Bild" wird Poschardt mit mehreren Formaten, darunter eine wöchentliche Kolumne und ein Videoformat, sichtbar sein. 

"Er wird damit ein zentraler Baustein in der Creator-Strategie von Axel Springer", heißt es vom Verlag. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer, sagt: "Es gibt wenige Autoren, deren Beiträge so leidenschaftlich diskutiert werden wie die von Ulf Poschardt. Quer über alle Plattformen, vom Leitartikel in der Welt bis zum Posting auf Social Media, erreicht er ein Millionenpublikum. Für diese Tätigkeit wollen wir ihm nun im Rahmen unserer Creator-Strategie den Raum geben, den er braucht, um seine Reichweite und Wirkung auszubauen. Kurz: Wir wollen mehr Ulf Poschardt."

 

Ulf Poschardt selbst sagt: "Ich war mit Leidenschaft erst Chefredakteur, dann Herausgeber der Welt und der Premium-Gruppe. Im Laufe des vergangenen Jahres habe ich festgestellt, dass ich für meine publizistische Arbeit mehr Freiheit brauche, die sich mit einer formalen Funktion nicht immer vereinbaren lässt. Ich bin daher auf Mathias Döpfner zugegangen und wir haben eine perfekte neue Rolle gefunden."