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Die Brutto-Werbeeinnahmen über die verschiedenen Mediengattungen hinweg lagen im April bei 2,75 Milliarden Euro, das geht aus den neuesten Zahlen hervor, die das Marktforschungsunternehmen Nielsen am Mittwoch veröffentlicht hat. Das Minus im Vergleich zum April 2025 betrug damit 1,0 Prozent. Die Entwicklungen der verschiedenen Gattungen war dabei mal wieder sehr gegenläufig: Vor allem der gesamte Print-Bereich kam mit -10,2 Prozent mächtig unter die Räder. Bei den Zeitungen fiel das Minus mit 11,8 Prozent besonders hoch aus. 

Auch die TV-Vermarkter verzeichneten ein Minus, das angesichts von 1,2 Prozent jedoch längst nicht so hoch ausfiel wie das der Zeitungen und Publikumszeitschriften. Das Radio lag mit -0,2 Prozent fast auf dem Vorjahresniveau. Der Online-Bereich, hier wie immer ohne Social, Search und YouTube, wuchs im Gegensatz dazu um satte 9,1 Prozent. Über das größte Plus konnten sich die Außenwerber freuen, sie legten bei den Brutto-Werbeeinnahmen um 9,5 Prozent zu. Das Kino erreichte ein Plus von 2,7 Prozent, spielt mit Gesamt-Bruttoeinnahmen in Höhe von rund 9 Millionen Euro aber keine Rolle in der Gesamtbetrachtung. 

Spannend beim Detail-Blick auf die einzelnen TV-Vermarkter ist die Tatsache, dass Nielsen erstmals Goldvertise Media gesondert ausweist. Der Vermarkter von Special-Interest-Sendern wie beispielsweise Sportdigital Fußball, Motorvision.TV, AXN White und AXN Black, Bibel TV oder auch Auto Motor Sport Channel lag demnach im April bei Brutto-Werbeeinnahmen in Höhe von rund 10 Millionen Euro - 31,2 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Die mit Abstand größten Sender waren dabei Crime Time, Just Cooking, Just Fishing, One Terra, und Xplore - also allesamt Sender von Deluxe-Music-Mutter High View.

ProSiebenSat.1-CFO Bob Rajan erklärte zuletzt, dass der April besser gelaufen sei als das erste Quartal - gleichzeitig sprach er davon, dass das Marktumfeld "herausfordernd" bleibe. Das zeigt sich auch beim Blick auf die Nielsen-Zahlen: Demnach hat Seven.One Media im April Brutto-Werbeeinnahmen in Höhe von 3,6 Prozent verloren. Aber Rajan hat recht: Im ersten Quartal lief es mit bis zu -6,4 Prozent noch schlechter. Die Ad Alliance verzeichnete im April dagegen nur -1,6 Prozent, während die El Cartel Brothers sogar um 5,9 Prozent zulegen konnten. 

Wie immer gilt es bei den Nielsen-Zahlen zu berücksichtigen, dass hier die Listenpreise zugrunde gelegt werden und Rabatte, Eigenanzeigen und Tauschgeschäfte nicht berücksichtigt sind. Die tatsächlichen Einnahmen etwa der TV-Sender sind teils deutlich geringer. Dennoch sind die Nielsen-Zahlen ein Indikator für die grundsätzliche Entwicklung des Marktes.