Wenn am 31. Mai die neue Staffel von "Immer wieder sonntags" im Ersten startet, ist das der Anfang vom Ende: Vor wenigen Wochen hatte der zuständige SWR angekündigt, die Show im nächsten Jahr nicht fortzuführen. Es wird 2026 also nochmal zwölf reguläre Live-Ausgabe sowie ein großes Finale zu sehen geben, gefolgt von einem Best-of. Nun hat sich Moderator Stefan Mross, der seit 2005 Teil der Sendung ist, zum nahenden Aus geäußert.
In der "Bild"-Zeitung sagt Mross: "Als mir die Entscheidung des Senders mitgeteilt wurde, nur wenige Stunden, bevor die Öffentlichkeit davon erfuhr, hat mir das den Boden unter den Füßen weggezogen." Am besagten Tag habe er eigentlich gedacht, mit den Produzenten und Senderverantwortlichen über die Zukunft der Sendung zu sprechen. "Ich hatte beste Laune. Bis mir auffiel, dass am Tisch nur zwei Personen vom SWR saßen, meine Unterhaltungschefin und ein Mann. Ganz förmlich."
Er habe dann noch gewitzelt, dass das nach Kündigung aussehe, so Mross in der "Bild". Und so war es dann auch. Mit dem Vorgehen des SWR ist der Moderator erkennbar nicht zufrieden. "Er sagte mir knallhart ins Gesicht, dass nach dieser Staffel Schluss ist. Sie hätten mir bereits eine Erklärung für die Öffentlichkeit vorbereitet, die ich nur noch unterschreiben müsse. Das war eiskalt." Man habe von ihm verlangt, innerhalb von zehn Minuten Zitate freizugeben, "die sie für mich formuliert hatten". Mross: "Als wäre das Aus meiner Show in beiderseitigem Einvernehmen erfolgt. Ich stand unter Schock, weigerte mich, irgendwas zu unterschreiben."
Tatsächlich kam Mross im März in der SWR-Pressemitteilung zum Aus von "Immer wieder sonntags" nicht zu Wort. Stattdessen äußerten sich Clemens Bratzler, SWR-Programmdirektor Information, und ARD-Programmdirektorin Christine Strobl. Beide betonten auch die besondere Rolle von Mross, die dieser in den zurückliegenden 20 Jahren eingenommen hatte - und bedankten sich beim Moderator. Begründet wurde das Aus vor allem mit dem anhaltenden Kostendruck.
Die für "Immer wieder sonntags" eingesetzten Mittel sollen teilweise eingespart und teilweise in die Entwicklung neuer digitaler Unterhaltungsformate investiert werden. Auch mit dieser Begründung kann Mross erkennbar wenig anfangen. Er sagt: "Man muss die älteren Menschen doch auch weiterhin teilhaben lassen an der Fernsehunterhaltung in der ARD."
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