Der WDR wird am Montag großflächig bestreikt, sowohl VRFF Die Mediengewerkschaft als auch die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) haben entsprechende Aufforderungen an ihre Mitglieder ausgesprochen. Während die Streiks durch den VRFF bereits nachts um 2 Uhr gestartet sind, stieg ver.di in den frühen Morgenstunden ein. Hintergrund des Streiks sind - mal wieder - stockende Tarifverhandlungen. 

Nach Angaben des VRFF sind bereits vier Verhandlungsrunden ohne konkretes Ergebnis verlaufen, am Dienstag, den 9. Juni, stehen die fünften Gespräche in der aktuellen Tarifauseinandersetzung an. Doch auch hier erwartet die Mediengewerkschaft nur ein "marginal verbessertes Angebot" - und begründet so den Streik an diesem Montag. 

Nach VRFF-Angaben will der WDR eine Nullrunde für 2026 sowie jeweils eine einprozentige Steigerung von Gehältern ab Januar 2027 sowie Januar 2028. Würde die von der KEF empfohlene Erhöhung des Rundfunkbeitrags kommen, würden die Steigerungen demnach auf zwei Prozent pro Jahr angepasst werden. Doch selbst das wäre der Gewerkschaft nicht genug, bei der VRFF verweist man auf die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten. 

"Selbst die KEF, auf die der WDR in jeder Verhandlungsrunde gerne verweist, und die laut dem Funkhaus sogar 'mit am Tisch säße', hält Personalkostensteigerungen von 2,46% für angemessen", sagt Matthias Kopatz, VRFF-Verhandlungsführer im WDR und stellvertretender Vorsitzender der VRFF-Bundestarifkommission. Die Gewerkschaft kritisiert hohe Rentenrückstellungen für die Geschäftsleitung, "überhöhte außertarifliche Gehälter" und "explodierende Immobilienkosten". Und während die Mediengewerkschaft keine eigenen Ziele formuliert, will ver.di eine Erhöhung der Gehälter und Honorare um sieben Prozent, mindestens aber 300 Euro monatlich - und das bei einer Laufzeit von einem Jahr. 

WDR-Verwaltungsdirektorin Stefanie Drinhausen sagt: "Unsere Haushaltslage stellt uns in den kommenden Jahren vor große Herausforderungen. Dies wird verstärkt durch die noch ausstehende Umsetzung der Beitragsanpassung. Dennoch wollen wir auch in schwierigen Zeiten ein faires Angebot machen und eine angemessene Steigerung bei den Gehältern und Honoraren der festen und freien Kolleginnen und Kollegen anbieten." Exakt so hatte sie sich auch bereits Ende April geäußert, als der WDR schon einmal bestreikt wurde. Eine Lösung hat es seither nicht gegeben. 

Die Auswirkungen des Streiks zeigen sich derweil im Programm und sind damit auch für die Menschen in NRW sichtbar. Ausfälle gab es bislang bei den Infosendungen von 1Live und Cosmo, hier wurde "WDR Aktuell" aus dem Newsroom übernommen. Bei WDR 2 und WDR 4 sind zudem Ausgaben der "Lokalzeit" ausgefallen. Und auf den Sendeplätzen von "Quarks" und "Politikum" (WDR 5) sendet der WDR am Montag ebenfalls Ersatzprogramm. Im Fernsehen ist "WDR Aktuell" um 12:45 Uhr ersatzlos ausgefallen, der Sender zeigte stattdessen Ausflugs-Highlights für den Westen. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich nicht am Warnstreik beteiligen, tun aktuell alles dafür, um weiterhin gutes Programm im TV, Online und im Hörfunk herzustellen", heißt es vom WDR gegenüber DWDL.de.