In 121 Kategorien werden in diesem Jahr die Primetime Emmys vergeben - doch eine Übergabe live im Fernsehen gibt es wie üblich nur für einen Bruchteil davon zu sehen. In die große Emmy-Gala, die in diesem Jahr am Montag, den 14. September stattfinden wird (hierzulande wieder live bei MagentaTV), schaffen es davon nur 19 Kategorien. 102 Mal wird im Umkehrschluss bereits an diesem Wochenende gejubelt: An zwei Abenden werden bereits die Preise in den unzähligen unterschiedlichen Gewerken vergeben. Bislang hießen diese Abende "Creative Arts Emmys" - inzwischen spricht die Academy nur noch generell von der ersten, zweiten und dritten Emmy-Nacht.

In der ersten Nacht von Samstag auf Sonntag stehen dabei zunächst die non-fiktionalen Kategorien im Mittelpunkt, in der Nacht von Sonntag auf Montag folgt dann bereits der Großteil der Preise in der Fiction. Am Montagmorgen wird man also dann bereits grob abschätzen können, ob die Favoriten ihre zahlreichen Nominierungen auch in viele Preise umsetzen können - oder ob sie auf die Königskategorien hoffen müssen, um nicht gänzlich leer auszugehen.

Als Reaktion auf die zuletzt sinkenden TV-Reichweiten der Emmy-Verleihung hat die Television Academy dabei in diesem Jahr noch mehr Kategorien als sonst auf das vorgelagerte Wochenende verschoben. Dies soll etwas mehr Gestaltungsspielraum in der TV-Show ermöglichen, die mit noch immer 19 Kategorien freilich trotzdem vor der Herausforderung steht, mehr zu bieten als von einer zur nächsten Dankesrede zu hetzen. Getroffen hat es neben der Kategorie "Writing for a Variety Series" dabei vor allem den Bereich der fiktionalen Mini- oder Anthologie-Serien: Hier wurden die Preise für die besten Nebenrollen, die Regie und auch die Autorinnen und Autoren ausgelagert.

Das erhöht vor allem am zweiten Formerly-Known-As-Creative-Arts-Abend auch nochmal die Stardichte, die durch die schon bislang dort vergebenen Preise für Gastauftritte ohnehin schon hoch war. Die Liste der Nominierten ist namhaft und reicht von Jason Bateman, David Harbour und Richard Jenkins für "DTF St. Louis" oder den aus "Rentierbaby" bekannten Richard Gadd bei den Männern bis zu Dakota Fanning, Laura Metcalf oder Constance Zimmer bei den Frauen. Auch bekannte Schauspieler wie Michael J. Fox, Brett Goldstein oder Jamie Lee Curtis sind an diesem Abend über Gastrollen schon im Rennen. Wer davon siegreich war, lesen Sie natürlich am nächsten Morgen bei DWDL.

Und wo ist "Heated Rivalry" abgeblieben?

Bleibt noch eine im Vorfeld vielgestellte Frage zu beantworten: Wo ist eigentlich "Heated Rivalry" abgeblieben, eine der angesagtesten Serien von Ende vergangenen Jahres? Die Serie findet sich gar nicht unter den Nominierten - und zwar schlicht, weil sie gar nicht nominierbar war. Es handelt sich um eine Produktion im Auftrag des kanadischen Streaming-Service Crave, umgesetzt von der kanadischen Produktionsfirma Bell Media.

Die meisten dürften sie zwar als HBO-(Max)-Serie wahrgenommen haben - doch HBO war an der Produktion nicht beteiligt, sondern erwarb lediglich die Ausstrahlungsrechte für die USA und viele weitere Länder. Nun finden sich kanadische oder auch britische Serien durchaus häufiger auch bei den Emmys wieder, dann allerdings stets mit einem amerikanischen Anteil, der über die bloße Distribution bei einem Sender oder Streamer hinausgeht. Da das bei "Heated Rivalry" nicht der Fall ist, bleibt im Emmy-Kosmos nur die mögliche Auszeichnung mit einem International Emmy, der erst im November vergeben wird.