Bettina Schausten arbeitet auch in den kommenden sechs Jahren als Chefredakteurin im ZDF, der Verwaltungsrat des Senders hat die Journalistin an diesem Freitag im Amt bestätigt. Der neue Vertrag von Schausten läuft demnach bis zum 30. September 2032. Schausten ist seit 2022 ZDF-Chefredakteurin, zur Vertragsverlängerung sagt sie jetzt: "Gerade in einer Zeit komplexer gesellschaftlicher Debatten ist verlässlicher Journalismus wichtiger denn je. Das ZDF wird jeden Tag von Millionen Menschen genutzt. Faktengetreu zu berichten, sorgfältig zu recherchieren – das ist für uns Anspruch und Verantwortung. Wir wollen auch weiterhin sichtbar machen, was unsere Gesellschaft bewegt, wo sie unterschiedlicher Meinung ist und was sie zusammenhält."
Und ZDF-Intendant Norbert Himmler ergänzt: "Bettina Schausten steht für unabhängigen Journalismus, für eine klare publizistische Haltung. Sie gehört zu den prägenden journalistischen Persönlichkeiten des ZDF. In einer Zeit tiefgreifender medialer Veränderungen entwickelt Bettina Schausten die ZDF-Chefredaktion erfolgreich weiter. Ich freue mich sehr auf unsere künftige Zusammenarbeit."
Gerade die letzten zwölf Monate waren für Schausten nicht immer einfach, so musste sie gleich mehrere Fehler aufarbeiten, die teils öffentlichkeitswirksam besprochen wurden. Nachdem der Sender im Februar KI-Videos im "heute journal" verwendet hatte, wollte man sich in Mainz zunächst aus der Situation winden und machte damit alles nur noch schlimmer. Schausten erklärte später, dass die Tragweite des Themas zu spät erkannt worden sei. In einem Beitrag war unter anderem KI-Material als echt verkauft worden. Die zuständige New-York-Korrespondentin wurde in der Folge von ihrem Posten abberufen.
Einige Wochen zuvor hatte sich das ZDF strengere Regeln bei der Beauftragung von Dienstleistern verpasst. Hintergrund war ein Angriff der israelischen Armee auf einen ZDF-Dienstleister in Gaza, dabei kam ein Techniker der Firma sowie sein Sohn ums Leben. Schausten erklärte damals, dass es nicht hinnehmbar sei, "dass Medienschaffende bei der Ausübung ihrer Arbeit angegriffen werden". Später stellte sich heraus, dass der getötete Mitarbeiter Mitglied der Terrororganisation Hamas war.
Vor ihrer Zeit als ZDF-Chefredakteurin wurde Bettina Schausten 2019 zur stellvertretenden Chefredakteurin und Leiterin der Hauptredaktion Aktuelles berufen. Von 2020 bis 2022 moderierte sie zudem das "heute journal". Die Journalistin arbeitet nun schon seit 1996 für den Sender, bereits zwischen 1999 und 2002 arbeitete sie als Leiterin und Moderatorin des "ZDF-Morgenmagazins", später leitete sie auch die Hauptredaktion Innen-, Gesellschafts- und Bildungspolitik. Von 2010 bis 2019 leitete sie das ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin und verantwortete die Berichterstattung über die Bundespolitik.
Drei neue Studioleiter
Neben Schausten hat das ZDF am Freitag auch noch weitere Personalien kommuniziert. So gibt es neue Studioleitungen in Moskau, Rio de Janeiro und Stuttgart. So hat Felix Klauser, der bisher von Mainz aus als ZDF-Reporter über Russland berichtet hat, zum 1. September die Leitung des ZDF-Studios in Moskau übernommen. Timm Kröger, zuletzt Redakteur in der Redaktion "Tagesmagazine Berlin", wird zum 1. Oktober Studioleiter in Rio de Janeiro. Und Isabelle Tümena, Redakteurin und Autorin im "Auslandsjournal", leitet ab dem 1. Oktober das ZDF-Landesstudio Baden-Württemberg.
Felix Klauser folgt auf Armin Coerper, der seit dem 1. September Leiter des ZDF-Studios in New York ist. Timm Kröger tritt in Rio de Janeiro die Nachfolge von Christoph Röckerath an, der zum 1. Oktober als Korrespondent des ZDF-Hauptstadtstudios nach Deutschland zurückkehrt. Und Isabelle Tümena folgt als Studioleiterin in Stuttgart auf Anna-Maria Schuck, die seit dem 1. Juni die Hauptabteilung Kommunikation im ZDF leitet.
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