Am 1. November startet Snäxx, eine neue Microdrama-Plattform, auf der es Vertical-Serien zu sehen geben soll. Entsprechende Formate sind aktuell weltweit im Kommen, befeuert wird der Boom aber vor allem aus den USA und China. Snäxx soll nun eine der ersten europäischen Plattformen sein, die den Vertical-Trend bedienen. Hinter dem neuen Dienst stehen die Black Forest Studios von Nina und Sebastian Weiland. Bereits vor einigen Wochen hatten wir über die Pläne und Ambitionen des Unternehmens berichtet

Nun steht zwar fest, dass die Vertical-Plattform kommt und wie sie heißt, einige Fragen aber bleiben noch offen. Snäxx werde getragen von Black Forest Studios und "begleitet von einem Board aus Top-Level-Managern der Medienbranche", heißt es in einer Pressemitteilung. Wer diese Personen sind, ist bislang jedoch unklar. Das Ziel formuliert man in jedem Fall sehr offensiv: Entstehen soll ein "starker europäischer Player in einer Kategorie, die  bislang weitgehend außerhalb Europas geprägt wird".

Fest steht, dass die Snäxx-App zeitgleich auf iOS und Android startet. Von Black Forest Studios heißt es, dass man zum Start eigene Originals mit ausgewählten Inhalten unabhängiger Produzenten, Studios und Rechteinhaber verbinde. Auf der Webseite der Plattform kann man jetzt schon Angaben zu fünf Serien finden, darunter der Krankenhausserie "Mountain Medical Klinik", der Familien-Soap "Black Forest Royale" und der Familien-Comedy "Karle Grün". Im Juni berichtete DWDL.de über einige in Produktion sowie in Vorbereitung befindlichen Formate (DWDL.de berichtete). Ab 2027 peilt man eine Schlagzahl von zehn bis 15 Serien pro Jahr an.

Während internationale Vorbilder vor allem auf kostengünstige Inhalte setzen, die oft auch so aussehen, soll Snäxx hier bewusst einen anderen Weg gehen. Sebastian Weiland sprach zuletzt gegenüber DWDL.de von "Premium Microdrama", das man forciere. Für unabhängige Produzenten wolle man nicht nur einen weiteren Ausspielweg schaffen, sondern vor allem eine neue Distributions- und Auswertungsmöglichkeit für europäischen Content, heißt es. 

Auf der Snäxx-Webseite findet man schon jetzt auch Informationen zum Geschäftsmodell sowie zur Preisgestaltung. So sind die ersten Folgen einer Serie in der Regel frei verfügbar, danach müssen die Nutzerinnen und Nutzer zahlen. Das tun sie entweder durch eine Einzelfreischaltung, in dem sie mit zuvor erworbenen Coins bezahlen. Es gibt aber auch ein Abo-Modell: Der Basis-Tarif mit Werbung schlägt mit monatlich 4,99 Euro zu Buche, Premium ohne Werbung kostet 9,99 Euro. 

Anders als internationale Vorbilder setzt Snäxx nicht auf die reine Vertical-Lehre, stattdessen können im Rahmen der sogenannten Dual-Format-Strategie Serien vertikal auf dem Smartphone funktionieren und gleichzeitig in einer 16:9-Version für die Nutzung auf dem Big Screen existieren. Damit müssen sich Produzenten nicht zwischen Mobile und klassischen Screens entscheiden. "Europa hat außergewöhnliche Autorinnen und Autoren, Produzenten, Schauspieler, Studios und IP. Was bisher gefehlt hat, ist eine Plattform, die genau dafür gebaut wurde, diese kreative Stärke in Premium Mobile Entertainment zu übersetzen", sagt Sebastian Weiland.