Logo: ProSiebenSAT.1Seit Beginn der Woche trägt Andreas Bartl, bislang Chef des Senders ProSieben, die Verantwortung für alle deutschen Free-TV-Sender der ProSiebenSat.1 Gruppe. Der Konzern ist hoch verschuldet und muss sparen. Kürzungen beim Programm soll es jedoch nicht geben, versichterte Bartl nun in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstags-Ausgabe).

"Wir werden in diesem Jahr mindestens so viel für neues Programm ausgeben wie im vergangenen Jahr, also mehr als eine Milliarde Euro allein in Deutschland. Es wird nicht gespart, die Budgeterhöhungen fallen nur nicht so hoch aus wie ursprünglich geplant", sagte Bartl der Zeitung.
 


Ein Engagement bei der Übertragung der Fußball-Bundesliga ist derzeit wohl kein Thema im Konzern. "Wir sind an großen Sportereignissen interessiert. Aber die Bundesliga ist nicht unser primäres Ziel", so Bartl.

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Neben der strategischen Positionierung der einzelnen Sender gehört künftig auch der Ausbau der Aktivitäten des Medien-Konzerns im Internet zu Bartl Aufgaben. "Wir investieren in das Internet. Wir stellen uns darauf ein, dass unsere Webseiten mehr und mehr zu Sendern werden", so Bartl in der "SZ". TV 3.0 nennt die Gruppe das Konzept.

Einen Machtverlust für Konzernchef Guillaume de Posch bedeute die neu geschaffene Position Bartls als Managing Director German Free-TV nicht. Man gleiche lediglich die Struktur in Deutschland den anderen Ländern der Gruppe, die kürzlich die europäisch agierende SBS-Gruppe übernommen hat, an, erklärt der Manager.

Bartls Ziel ist es, mit den beiden großen Sendern der Gruppe - ProSieben und Sat.1 - mittelfristig einen Marktanteil von je "um die zwölf Prozent in der werberelevanten Zielgruppe der 14 bis 49-Jährigen zu erreichen". Das Potential von Sat.1 schätz Bartl indes größer ein, "weil die Zielgruppe - Familien und Zuschauer über 29 Jahre größer ist", sagte er". Ein Verkauf von Sat.1 steht für Bartl nicht zur Debatte. "Es wird mehr Sat.1 denn je geben. Sat.1 ist ein ganz wichtiger Sender, der sein Wachstum fortsetzen soll", kündigt Bartl in der "SZ" an.
 
Dabei setzt Bartl weiter auf die Kompetenz der ihm von nun an unterstellten Chefs der einzelnen Sender. "Sie sind weiter verantwortlich für die Sender und treffen ihre Entscheidungen selbst. Ich setze auf mutige, entschlossene Chefs", sagte er.