Bertelsmann geht wieder auf Expansionskurs
"Alle Unternehmensbereiche sind profitabel, unsere Finanzen sind in Ordnung. Jetzt konzentrieren wir uns wieder auf Wachstum", sagte Konzernchef Gunter Thielen am Dienstag bei der Vorstellung der Unternehmensbilanz 2003 in Berlin und Finanzchef Siegfried Luther ergänzte, in den nächsten drei Jahren habe der Medienriese einen Spielraum von zwei Milliarden Euro für Akquisitionen.Bertelsmann steigerte im vergangenen Geschäftsjahr trotz eines durch den schwachen Dollar und den Verkauf von Bertelsmann-Springer um 8,3 Prozent auf 16,8 Milliarden Euro gesunkenen Umsatzes sein operatives Ergebnis um 20 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.
Der Jahresüberschuss verringerte sich allerdings drastisch von 928 auf 154 Millionen Euro. 2002 hatten Milliardeneinnahmen aus dem Verkauf von AOL-Anteilen noch einmal den Gewinn des Gütersloher Medienriesens aufgebläht. Seine Nettofinanzschulden konnte der Konzern von 2,7 Milliarden Euro auf 820 Millionen Euro reduzieren.
Zum deutlichen Anstieg des operativen Ergebnisses trug besonders bei, dass es der für das Buchclub-Geschäft zuständigen Bertelsmann Direct Group zum ersten Mal seit ihrer Gründung im Jahr 2000 gelang, schwarze Zahlen zu schreiben.
Auch die Fernsehtochter RTL Group und der Mediendienstleister Arvato verzeichneten deutliche Ergebniszuwächse. Dagegen blieben die Ergebnisse bei der Verlagstochter Random Haus und bei der Musiktochter BMG hinter denen des Vorjahres zurück.
Im laufenden Jahr will der Konzern sein operatives Ergebnis weiter steigern. Auch beim Umsatz werde der Konzern währungsbereinigt wohl wieder "ein bisschen vorankommen", sagte Finanzchef Luther.
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