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Frank Hoffmann © RTL/Stephan Pick
Bezeichnende Worte zu "Schmidt"

Hoffmann hält an "DSDS" fest, keine Gameshows

 

RTL-Programmchef Frank Hoffmann hat sich in einem Interview zur Castingshow bekannt. Quiz- und Gameshows soll es unterdessen auch in der neuen Daytime nicht geben. Auch zu den deutschen Serien äußerte sich Hoffmann mit bezeichnenden Worten.

von Marcel Pohlig
26.04.2014 - 12:27 Uhr

Das erste Jahr als Programmgeschäftsführer von RTL war für Frank Hoffmann kein einfaches. Mit dem Erwerb der Rechte an den EM- und WM-Qualifikationsspielen der Nationalmannschaft gelang ihm zwar ein großer Coup, doch lang etablierte Formate wie "Deutschland sucht den Superstar" verlieren an Strahlkraft und neue Ideen müssen her. Auch auf die einst so starke Daytime ist kein Verlass mehr; auch hier sind neue Ansätze dringend nötig.

Am Sorgenkind "Deutschland sucht den Superstar" will Frank Hoffmann auch trotz massiver Quotenrückgänge gerade bei den Liveshows festhalten. "Aktuell liegen wir mit der laufenden Staffel sogar etwas über Vorjahr. Warum also sollten wir allen Ernstes aufhören, an diese Formate zu glauben und weiter daran zu arbeiten?", meint Hoffmann auch angesprochen auf das "Supertalent" gegenüber dem Dienst "Werben & Verkaufen". Eine Fortsetzung von "DSDS" scheint es aber auf jeden Fall zu geben. "Wenn man sich die bisherige Staffel ansieht, spricht alles dafür", so Hoffmann. Aber auch er sieht die deutliche Quotenbewegung im Übergang zu den Live-Shows - mit 2,84 Millionen Zuschauern wurde Karsamstag erst wieder ein neues Tief aufgestellt, während die Castings teils noch über fünf Millionen Zuschauer hatten. "Deshalb werden wir abwägen und in neuen Staffeln eventuell andere Schwerpunkte setzen". "DSDS" sei aber grundsätzlich noch immer ein starkes Format.

Dass die Daytime einer der größten Baustellen im Programm ist, sieht auch Hoffmann so. "Wir haben vor allem in der Daytime Marktanteile verloren. In der Primetime und am späteren Abend haben wir teilweise sogar zugelegt. Nur spiegelt sich das in den Tages- oder Monatsmarktanteilen nicht wider, weil die Verluste in der Daytime die Gewinne am Abend auffressen", analysiert Hoffmann gegenüber "W&V" die eigenen Probleme. Insgesamt 680 Programmstunden bestreite man immerhin im Jahr mit den Daytime-Formaten. Zuletzt testete man bereits "5 Zimmer, 1 Gewinner" und neue Ideen innerhalb der Scripted Realitys. Für Mai kündigt Hoffmann weitere Formattests an, ohne aber konkret zu werden. Gemeint sein dürften die zweistündigen "Verdachtsfälle"-Ausgaben. Ab Herbst, so Hoffmann, werde man mit neuen Reihen an den Start gehen.

Ein Abschied von Scripted Realitys bedeute dies aber nicht. "Scripted Reality is im Kern nichts anderes als eine Form des fiktionalen Erzählens. Die Frage ist nun, ob man diese Form auch für andere Geschichten nutzen kann", meint Hoffmann. Hoffmann denkt etwa daran, Geschichten wie eine Telenovela zu erzählen. Bei den Überlegungen für die Daytime ginge es aber auch um Live-Formate.

Quizshows erteilt er jedoch eine Absage. "Die Frage, ob wir in der Daytime Quizshows wie einst 'Der Preis ist heiß' programmieren sollten, haben wir uns tatsächlich im vergangenen Jahr gestellt". Deshalb habe man entsprechende Formate am Abend getestet. "Indizien, dass sich die Zuschauer nach weiteren Quizsendungen sehnen, haben wir nicht wirklich gefunden", stellt Hoffmann ernüchternd fest. In der Tat lief es zuletzt für das "Familienduell" als Promi-Version nicht gut. Problematisch betrachtet Hoffmann auch die Tatsache, dass meist nur halbstündige Formate angedacht sind, RTL aber einstündige Shows favorisiere. Günstiger seien Scripted Realitys indes nicht. "Nicht gerade kleine Teams drehen teils mehrere Tage an einer Folge, anschließend folgt noch die Postproduktion. Von einer Gameshow könnten wir dagegen bis zu drei Folgen am Tag aufzeichnen."

Wenig Glück hatte Hoffmann bislang auch an der Front der deutschen Serien; "Schmidt - Chaos auf Rezept" wurde zum Beispiel nach nur zwei Folgen aus der Primetime verbannt. Überzeugt war Hoffmann von der Serie offenbar schon vorher nicht und findet bezeichnende Worte, die die Verzweiflung deutscher Fernsehmacher im Bereich der eigenproduzierten Serien noch einmal verdeutlichen. "Anders als beim 'Knastzarzt' waren bei 'Schmidt' alle Vorzeichen negativ. Als wir das Programm das erste Mal gesehen haben, hatten wir schon leichte Bauchschmerzen. Auch die Ergebnisse der Medienforschung machten uns wenig Hoffnung" - und doch schaffte es die Serie am Ende ja ins Programm. Der "Knastarzt" hingegen habe man neben einem guten Bauchgefühl auch sehr gute Ergebnisse aus der Medienforschung. Eine vorzeitige Absetzung solle es demnach hier nicht geben - die Quoten haben sich aber ohnehin wieder deutlich gebessert.

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