AT&T und Time Warner © AT&T / Time Warner
Gericht gibt grünes Licht

Niederlage für Trump: AT&T darf Time Warner übernehmen

 

Ein US-Gericht hat den zur Hängepartie gewordene Übernahme von Time Warner durch den Telekommunikationsriesen AT&T genehmigt - gegen den Willen der Regierung um Donald Trump. Der Deal umfasst einen Wert von 85 Milliarden US-Dollar.

von Alexander Krei
13.06.2018 - 08:23 Uhr

Es ist eine Niederlage für die amerikanische Regierung: Der zuständige Richter Richard Leon hat entschieden, dass der Telekomriese AT&T den Medienkonzern Time Warner übernehmen darf. Der Deal, der einen Gesamt-Wert von rund 85 Milliarden US-Dollar hat, verstoße nicht gegen das US-Wettbewebsrecht. Die Regierung hatte gegen die geplante Übernahme geklagt, mehrfach hatte sich sogar US-Präsident Donald Trump höchstpersönlich gegen den Deal ausgesprochen - nicht zuletzt wegen der oft negativen Berichterstattung des zu Time Warner gehörenden Nachrichtensenders CNN.

Die Übernahme wurde bereits im Oktober 2016 beschlossen und sollte eigentlich längst abgeschlossen sein. Durch die Klage des amerikanischen Justizministeriums, das steigende Kosten für Verbraucher fürchtete, zog sich der Zusammenschluss jedoch in die Länge. Den Behörden war es in der Folge aber nicht gelungen, ausreichende Nachweise zu erbringen, wonach die Fusion dem Wettbewerb schaden wird. Entsprechend enttäuscht äußerte sich das Justizministerium. "Wir glauben weiterhin, dass der Pay-TV-Markt als Konsequenz der geplanten Fusion weniger konkurrenzfähig und weniger innovativ sein wird", hieß es in einer Stellungnahme.

Deutlich besser ist die Laune freilich bei AT&T. Das Gericht habe die Klage der Regierung nach einem fairen Prozess "kategorisch zurückgewiesen", erklärte das Unternehmen, das die Fusion nun bis zum 20. Juni abschließen will. Die Regierung kann gegen das Urteil allerdings noch Berufung einlegen. Zu Time Warner zählen unter anderem das Produktionsstudios Warner Bros., der Pay-TV-Sender HBO sowie die Sender von Turner Broadcasting System, also etwa CNN und TNT. AT&T ist der zweitgrößte Mobilfunkanbieter und der drittgrößte Kabelfernsehprovider der USA.

In Deutschland ist der Medienkonzern Time Warner über mehrere Tochterfirmen vertreten. In Hamburg sitzt Warner Bros. Entertainment, verantwortlich für lokale Filmproduktion und -distribution des Hollywoodstudios. In München sitzt Turner Broadcasting System Deutschland, verantwortlich für die im deutschsprachigen Raum verbreiteten Sender TNT Film, TNT Serie, TNT Comedy, Boomerang, Cartoon Network und CNN International. Durch die Übernahme des TV-Produzenten Eyeworks verfügt Time Warner seit 2015 mit Warner Bros. International Television Production Germany in Köln auch über eine Tochter für TV-Produktion.

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