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Deutscher Presserat

Netanjahu-Karikatur in "SZ" von Meinungsfreiheit gedeckt

 

Die Karikatur des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu in der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ") von Dieter Hanitzsch war laut Presserat von der Meinungsfreiheit gedeckt. Die Zeitung warf den Karikaturisten nach Antisemitismus-Vorwürfen raus.

von Timo Niemeier
13.06.2018 - 13:31 Uhr

Mitte Mai hat eine in der "SZ" erschienene Karikatur für viel Aufsehen gesorgt. Diese zeigte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu im Kostüm der ESC-Gewinnerin Netta. Er hält eine Rakete mit Davidstern in die Höhe - "nächstes Jahr in Jerusalem" sagt er, das ist ein traditionell jüdischer Ausspruch. Netanyahu ist mit übergroßen Ohren, Nase und Lippen dargestellt. Nun hat der Deutsche Presserat entschieden: Die Karikatur ist von der Meinungsfreiheit gedeckt.

Die Grenze zur Diskriminierung von Juden sei durch die Karikatur nicht überschritten worden, das hat der Presserat mehrheitlich entschieden. Die Gesichtszüge des israelischen Premierministers seien zwar überzeichnet, im Rahmen der Meinungsfreiheit sei dies aber zulässig. Ganz einig waren sich die Mitglieder des Presserates bei der Bewertung der Karikatur aber nicht. "Die Karikatur wurde im zuständigen Ausschuss gründlich erörtert", heißt es vom Presserat. Einige Mitglieder hätten eine "stereotype Bildsprache" kritisiert und hielten die eingegangenen Beschwerden für begründet. Auch die "Rolle des Davidsterns als religiöses und auch staatliches Symbol" sei "unterschiedlich bewertet" worden.

Acht Beschwerden gingen beim Presserat ein. Während sich Karikaturist Dieter Hanitzsch nun im Nachhinein bestätigt fühlen kann, dürfte er seinen Job dadurch auch nicht zurück bekommen. Die "SZ" entschuldigte sich zunächst für die Karikatur und suchte dann auch ein Gespräch mit Hanitzsch, der zuvor viele Jahrzehnte für die Zeitung arbeitete. Hanitzsch sagte, er bereue die Karikatur nicht, bedauere es aber, wenn sich dadurch jemand verletzt fühle. Den Vorwurf des Antisemitismus wies es zurück. Bei der "SZ" sprach man daraufhin von "unüberbrückbaren Differenzen" und trennte sich von dem Karikaturisten.


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