Justizia © Photocase
12.000 Euro Strafe

Fake-Anschlag in Mannheim: Blogger muss mehr zahlen

 

Der Betreiber des "Rheinneckarblogs" muss wegen eines Artikels über einen erfundenen Terror-Anschlag in Mannheim 12.000 Euro Geldstrafe zahlen. Das sind noch einmal mehr als ein Strafbefehl in der gleichen Sache. Der Blogger will in Berufung gehen.

von Timo Niemeier
07.01.2019 - 21:57 Uhr

Im März des vergangenen Jahres hat Hardy Prothmann, Betreiber des "Rheinneckarblogs", für Schlagzeilen gesorgt. Damals stellte er einen Artikel auf seine Webseite, in der von einem Terror-Anschlag in Mannheim die Rede war. Das war allerdings komplett erfunden - was erst hinter der Paywall deutlich wurde. Bereits im Verlaufe des Jahres wurde wegen des Artikels ein Strafbefehl in Höhe von 9.000 Euro erlassen. Prothmann aber legte Einspruch ein und es kam zur Gerichtsverhandlung - für den Blogger ging das nun aber nach hinten los.

Das Amtsgericht Mannheim hat Prothmann am Montag nämlich zu einer Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro verurteilt. Nach Ansicht der Richterin habe der Redaktionsleiter mit dem erfundenen Artikel den öffentlichen Frieden gestört. Das Gericht verweist zudem darauf, dass über dem Blog groß die Wörter "Nachrichten und Informationen" stehen - das würden die Leser dort erwarten. Prothmann erklärte bereits kurz nach Erscheinen des Textes, er habe Aufmerksamkeit erzeugen wollen - für mögliche Bedrohungen und Fake News. Außerdem sei der Text als fiktiv zu erkennen gewesen. 

Der Text wurde rund 20.000 Mal aufgerufen, bei der Polizei gingen Anrufe verunsicherter Menschen ein. Die Ordnungshüter sahen sich daraufhin zu einer Klarstellung gezwungen und erklärten öffentlich, dass es den vermeintlichen Anschlag gar nicht gegeben habe. Prothmann will nun in Berufung gehen. Sein Verteidiger erklärte vor dem Amtsgericht, er stimme als Bürger mit der Staatsanwaltschaft überein. Die hatte erklärt, der Blogger habe mit den "Ängsten der Menschen gespielt und sie ohne ihre Zustimmung zu Versuchskaninchen gemacht". Dennoch beantragte Prothmanns Anwalt einen Freispruch, weil der Artikel und die Vorgehensweise nicht strafbar seien. Der Presserat hatte das Blog bereits im vergangenen Jahr für den Artikel gerügt.


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