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Apple steigt ein, Google steigt aus

High-End-Serien: YouTube streicht offenbar die Segel

 

Während Apple am Montagabend deutscher Zeit sein lang erwartetes TV-Angebot vorstellt, zieht sich Konkurrent Google mit seinem Video-Dienst YouTube einem "Bloomberg"-Bericht zufolge aus dem teuren Rennen um klassische High-End-Serien komplett zurück.

von Uwe Mantel
25.03.2019 - 14:26 Uhr

Eine Zeit lang schien es so, als steige nicht nur die Zahl der Serien immer weiter an, sondern auch die Zahl der Plattformen, die in diesem teuren Rennen mitspielen wollen. Netflix und Amazon waren da längst nicht mehr die einzigen neuen Konkurrrenten für TV-Sender, auch Plattformen wie Apple, Facebook und YouTube hegten ähnliche Ambitionen, die klassischen Medienkonzerne drängen zudem mit eigenen Streaming-Angeboten auf den Markt. Schon diese Aufzählung zeigt: Um in diesem Umfeld mithalten zu können, sind gewaltige Investitionen notwendig. Apple beispielsweise, das am Montagabend seine seit langem mit Spannung erwarteten TV-Ambitionen präsentieren wird (DWDL.de berichtet live von vor Ort), soll seine Investitionen, die zunächst auf eine Milliarde pro Jahr taxiert worden waren, letzten Berichten zufolge schon verdoppelt haben.

Bei Google gab man sich immer deutlich zurückhaltender und war nicht bereit, ähnliche Summen zu investieren. Im Vorfeld der großen Apple-Show in Cupertino berichtet "Bloomberg" nun, dass Google mitsamt seinem Video-Dienst YouTube gänzlich wieder aus dem Geschäft mit High-End-Serien aussteigt. Demnach nehme YouTube keine Pitches für teure fiktionale Serien mehr an, heißt es unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen. Betroffen seien dabei nicht nur neue Projekte, auch die Macher der schon veröffentlichten Serien "Origin" und "Overthinking Kat & June" sollen demnach nach einer neuen Heimat für ihre Serien suchen, weil sie bei YouTube keine zukunft haben. YouTube selbst hat sich zu dem Bericht bislang nicht geäußert.

Völlig überraschend käme diese Entscheidung nicht - denn ursprünglich wollte Google mit Eigenproduktionen sein kostenpflichtiges Angebot YouTube Premium pushen. Doch so richtig funktionierte diese Strategie bislang offenbar nicht. So wurden schon im Herbst vergangenen Jahres Pläne bekannt, die Eigenproduktionen künftig auch für nicht-zahlende Besucher frei zugänglich zu machen - und damit das eigentliche Hauptgeschäft von YouTube, also das Werbegeschäft, zu stärken. Ob so allerdings teure High-End-Serien kostendeckend zu finanzieren wären, erscheint doch äußerst fraglich.

Aussteigen wird YouTube aus Eigenproduktionen aber nicht, künftig dürfte der Fokus jedoch auf anderen, günstigeren Produktionen abseits von "Hollywood-Serien" liegen - und damit auch auf Inhalten, die die Nutzer bei YouTube ohnehin eher erwarten dürften. Erst vor einem halben Jahr hatte YouTube in Berlin etwa unter großem Medienecho auch drei deutsche Eigenproduktionen vorgestellt, von denen es mit "Neuland!" und "LeFloid vs The World" gleich zwei zu einer Grimme-Preis-Nominierung brachten.

"Es ist unsere Hoffnung, dass die Originals nicht nur in Deutschland gesehen werden, sondern die Fans auf der ganzen Welt miteinander verbinden”, erklärte Robert Kyncl, Chief Business Officer bei YouTube, damals bei der Präsentation im schicken YouTube Space. Bei "Neuland!" handelt es sich um eine Comedyshow mit dem von Y-Titty bekannten Phil Laude, produziert von Brainpool. Hinter dem Format mit LeFloid steht die ProSiebenSat.1-Tochter Studio71. Die dritte Original-Produktion ist die von Pantaleon Films zusammen mit Mediakraft produzierte Serie “Bullsprit”, in deren Mittelpunkt die YouTuber von Bullshit TV stehen.

Auch wenn YouTube also weiterhin in eigenes Programm investieren wird: Die Neuausrichtung wirft trotzdem auch die Frage nach der Zukunft von Susanne Daniels auf, die seit 2015 für die Eigenproduktionen von YouTube verantwortlich zeichnet - auch wenn sie gegenüber "Bloomberg" beteuert, dass sie sich voll auf YouTube konzentriert und es kaum erwarten könne, das neue Line-Up an Eigenproduktionen vorzustellen. Das allerdings dürfte eben ein paar Nummern kleiner ausfallen als das, was man von Apple am Montagabend erwartet.

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