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Gewerkschaften wollen mehr Geld

Warnstreiks beim NDR: Sender muss Programm ändern

 

Aufgrund von Warnstreiks kommt es zu Änderungen im Programm des NDR. Am Nachmittag entfiel bereits eine Ausgabe von "NDR Aktuell" und wurde durch die "Tagesschau" ersetzt. Die Gewerkschaften wollen mit den Streiks Druck machen, die nächste Runde in den Tarifverhandlungen steht an.

von Timo Niemeier
19.06.2019 - 15:19 Uhr

Die Gewerkschaften ver.di, Deutscher Journalistenverband (DJV) und Deutsche Orchester-Vereinigung (DOV) haben für den heutigen Mittwoch zu Warnstreiks beim NDR in Hamburg, Hannover, Schwerin und Kiel aufgerufen. Dieser Aufforderung sind offenbar auch viele Mitarbeiter des Senders nachgekommen, nun hat der Streik nämlich auch Auswirkungen auf das Programm. Wie der Sender recht kurzfristig mitgeteilt hat, musste die "NDR Aktuell"-Ausgabe um 15 Uhr entfallen. Stattdessen hat man die "Tagesschau" gezeigt.

Laut dem NDR könnte es im weiteren Verlauf des Tages sowohl im Fernsehen als auch im Radio zu weiteren Ausfällen von eigentlich angekündigten Sendungen kommen. Offenbar weiß man beim Sender derzeit selbst nicht so genau, ob und wenn ja welche Sendungen betroffen sein könnten. Über weitere Änderungen im Sendeablauf wolle man jedenfalls in den jeweiligen Programmen, auf der Webseite sowie im Videotext informieren. Darüber hinaus ist auch die Telefon- und Infozentrale des NDR am Mittwoch nicht zu erreichen.

Grund für die Warnstreiks sind die Gehalts- und Honorartarifverhandlungen, die aus Sicht der Gewerkschaften offenbar stocken. Zwei Verhandlungsrunden sind bereits absolviert, am Donnerstag will man sich erneut treffen.

Die NDR-Version der bisherigen Verhandlungen lautet so: Man habe eine Anhebung der Gehälter und Honorare von 1,9 Prozent pro Jahr in Aussicht gestellt, aber die Gewerkschaften hätten sechs Prozent gefordert. Darüber hinaus seien auch "eine Vielzahl von weiteren Forderungen gestellt" worden. Bei einigen Punkten hätte man Verhandlungsbereitschaft signalisiert, man stehe weiterhin für Gespräche zur Verfügung, heißt es aus dem NDR. Von den Gewerkschaften heißt es, das eigene Angebot orientiere sich am Abschluss für den öffentlichen Dienst der Länder, dieser sei auch in den vergangenen Jahren immer wieder Grundlage für den NDR gewesen, wenn es um Anhebungen der Gehälter ging. Nun wolle der NDR diese Grundlage aber nicht mehr akzeptieren.

In einem offenen Brief haben sich die Gewerkschafter an die Mitglieder des NDR-Verwaltungsrats gewandt und ihren Unmut zum Ausdruck gebracht. Sie schreiben darin unter anderem: "Das aktuelle Angebot des NDR ist ein Bruch in der jahrzehntelangen Tarifpraxis der Sender. Es bietet nicht mehr als einen (wahrscheinlichen) Inflationsausgleich und stellt alle anderen Forderungen unter den Vorbehalt der Gegenfinanzierung. Wir halten es für unangebracht."

Update (19:10 Uhr): Aufgrund der Streiks konnte der NDR auch die Sendungen "Mein Nachmittag" und "DAS!" nicht senden. Im Lauf des Tages entfallen zudem weitere angekündigte Sendungen wie "Zapp" und "extra3". Diese können alledings im Livestream auf der Webseite des Senders und später auch in der Mediathek gesehen werden. 

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