Red Arrow Studios © Red Arrow Studios
Coronavirus durchkreuzt Pläne

ProSiebenSat.1 bläst Verkauf von Red Arrow Studios ab

 

ProSiebenSat.1 bläst den anvisierten Verkauf von Red Arrow Studios ab und wird langfristig an seiner Produktionstochter festhalten. Verschiedene zuletzt erwogene Optionen seien angesichts der Corona-Situation nicht mehr realisierbar

von Uwe Mantel
16.03.2020 - 13:08 Uhr

ProSiebenSat.1 hat den Verkaufsprozess für Red Arrow Studios abgebrochen. Im September hatte der Konzern angekündigt, sein Produktions- und Distributionsgeschäft einem strategischen Review zu unterziehen und einen möglichen Verkauf oder Teil-Verkauf zu prüfen. Lediglich das deutsche Produktionsgeschäft und Studio 71 standen nicht zur Disposition. Zunächst sollte bis Ende 2019 eine Entscheidung fallen, dann hatte man diese für den Lauf des 1. Quartals angekündigt.

Nun kamen dem Prozess allerdings die erheblichen und noch immer kaum abschätzbaren Auswirkungen des Kampfes gegen die Ausbreitung des Corona-Virus in die Quere - keine Situation, in der große Deals zu einem angemessenen Preis durchgeführt werden können. "Wir haben den strategischen Review-Prozess für Red Arrow Studios nun abgeschlossen, da verschiedene Optionen, die wir geprüft hatten, in einem durch die Corona-Krise geprägten Umfeld nicht mehr umsetzbar sind. Wir sind von diesem Geschäft überzeugt: Red Arrow Studios hatte 2019 ein Rekordjahr und das von ihnen produzierte Format ‚Love is Blind‘ ist aktuell die absolute Hit-Show auf Netflix, um nur ein Beispiel unseres tollen Portfolios zu nennen. Wir haben hier ein großartiges Team, hinter dem wir stehen – und das wird auch so bleiben!", erklärt eine Konzernsprecherin

Konzernchef Max Conze hatte stets betont, dass man den Verkauf nur bei Erzielung eines guten Preises durchführen werde - denn generell liefen die Geschäfte von Red Arrow Studios zuletzt richtig gut. Red Arrow Studios steigerte im vergangenen Jahr seinen Umsatz um satte 18 Prozent und kam 2019 auf 652 Millionen Euro Umsatz - was Probleme im deutschen Kerngeschäft kompensierte. Dass man trotzdem den Verkauf prüfte, begründete ProSiebenSat.1 damit, dass das vorwiegend international aufgestellte Produktionsgeschäft nur wenig Synergien mit dem lokalen TV-Kerngeschäft biete. Dort stehen hohe Investitionen an, auch durch den Ausbau des Streaming-Angebots, für das man frisches Kapital gut gebrauchen könnte.

ProSiebenSat.1 hatte Red Arrow Studios erst 2010 ins Leben gerufen und dann durch zahlreiche Zukäufe in beachtlicher Schnelligkeit ein internationales Produktionsnetzwerk aufgebaut. Es umfasst insgesamt 20 Produktionsfirmen in sieben Regionen. Allein elf Unternehmen davon haben ihren Sitz in den USA. In Deutschland ist die Tochter RedSeven Entertainment tätig.


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