Werbung im Fernsehen © Pixabay/DWDL
Nielsen-Zahlen

Brutto-Werbemarkt: Im April ging's für alle steil bergab

 

Nielsens Brutto-Werbemarktzahlen für den April verheißen nichts Gutes. Durch ein dickes Minus des Fernsehens ist auch der Gesamtmarkt in den tiefroten Bereich gerutscht. Sogar Online-Medien verlieren, das Kino ist quasi nicht mehr existent.

von Timo Niemeier
20.05.2020 - 15:59 Uhr

Als das Marktforschungsunternehmen Nielsen vor rund vier Wochen die Brutto-Werbespendings für den Monat März veröffentlicht hat, konnte man sehen, dass das Coronavirus an vielen Mediengattungen nicht spurlos vorbei geht (DWDL.de berichtete). Nun sind die Zahlen für den April da - das war ja der erste volle Corona-Monat. Und die Zahlen zeigen ein düsteres Bild. So beliefen sich die Brutto-Spendings im Fernsehen auf nur 1,02 Milliarden Euro. Das ist der niedrigste Wert des laufenden Jahres und rund 200 Millionen weniger als ein Jahr zuvor. 

Nachdem das Fernsehen zu Ende März noch mit 2,1 Prozent im Plus gegenüber dem Vorjahr lag, hat sich der Trend inzwischen umgekehrt. Derzeit liegen die Brutto-Spendings der TV-Sender 4,3 Prozent im Minus. Damit ist die Branche aber noch recht gut bedient, bei den Zeitungen (-10,0 Prozent) oder dem Radio (-13,8 Prozent) sieht es deutlich schlechter aus. 

Wie ernst die Lage ist, zeigt sich aber an der Tatsache, dass selbst das lange Jahre boomende Online-Geschäft Brutto-Spendings verloren hat. Auf Jahressicht stagnieren die Online-Spendings derzeit - nach einem jahrelangen starken Wachstum. Besonders hart erwischt hat es im April außerdem Kinos, die deutschlandweit geschlossen waren. Und so zählte Nielsen hier auch nur noch Brutto-Werbeausgaben in Höhe von 21.000 Euro. Zum Vergleich: Noch im März waren es fast sieben Millionen. 2019 kam das Kino monatlich auf durchschnittlich mehr als 13 Millionen Euro Brutto-Werbeeinnahmen, wobei es vor allem in den letzten Monaten des Jahres gut lief. Die Delle aus dem Frühjahr 2020 werden die Kinobetreiber aber wohl kaum ausbügeln können. Schon jetzt liegen sie rund ein Drittel hinter ihren Einnahmen aus 2019. 


Durch die schlechten Zahlen in allen Mediengattungen ist auch der Gesamtmarkt im April deutlich ins Minus gerutscht. So lagen die Brutto-Spendings bei insgesamt 2,28 Milliarden Euro, das waren 300 Millionen weniger als im April 2019. Zwischen Januar und April liegt der Markt derzeit fast sechs Prozent im Minus. 

Mediengattung Brutto-Werbeeinnahmen  März (in Mio €) Brutto-Werbeeinnahmen YTD (in Mio €)
YTD Vergleich vs. Vorjahr in % 
Fernsehen 
1.024,5
4.687,7
- 4,3 % 
Zeitungen
342,0
1.424,3
-10,0 % 
Online
251,1
1.140,0
+/- 0 % 
Publikumszeitschriften 231,1
942,6
- 3,9 % 
Werbesendungen
174,4
927,8
- 12,1 % 
Out of Home
160,6
682,6
- 0,3 % 
Radio
93,1
542,5
- 13,8 % 
Kino 0,02
25,4
- 34,1 % 
gesamt 2.276,9
8.093,0
- 5,8 % 

Quelle: Nielsen

Hinweis: Bei den Zahlen von Nielsen handelt es sich um reine Brutto-Werte. Wie immer sagen sie nichts über die tatsächliche Höhe der Werbeeinnahmen der verschiedenen Mediengattungen aus. Mögliche Rabatte oder Gegengeschäfte sind in den Zahlen nicht enthalten. Dennoch liefern die Zahlen eine gute Übersicht darüber, wie sich der Markt entwickelt. 

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