Warner Bros. Discovery © Warner Bros. Discovery
Nachdem WarnerBros. Discovery (WBD) in den zurückliegenden Jahren viel Geld im Bereich Streaming verbrannt hat, ist dem Konzern in den ersten drei Monaten des Jahres 2023 nun endlich der Turnaround gelungen. So verzeichnete man im Direct-to-Consumer-Segment ein Adjusted EBITDA in Höhe von 50 Millionen Dollar. Das hat man überraschenderweise trotz eines kleinen Umsatzrückgangs geschafft. So nahm WBD im ersten Quartal 2,46 Milliarden Dollar im Streaming-Segment (inkl. HBO) ein, ein Jahr zuvor waren es noch 2,52 Milliarden. 

Mit dem Ergebnis des Direct-to-Consumer-Segments zeigte sich Konzernchef David Zaslav sehr zufrieden. Er spricht von einem "bedeutenden Turnaround" im ersten Quartal, insgesamt habe man 1,6 Millionen neue Abonnentinnen und Abonnenten hinzugewonnen. Zaslav erklärte im Rahmen der Vorlage der Geschäftszahlen außerdem, dass das Direct-to-Consumer-Geschäft in den USA bereits in diesem Jahr profitabel arbeiten soll - ein Jahr früher als ursprünglich geplant. Noch im Mai soll mit Max zumindest in den USA und anderen Märkten, nicht aber in Deutschland, eine neue Streaming-Plattform kommen, die alle WBD-Inhalte, also neben denen von HBO Max auch die von Discovery+, umfasst (DWDL.de berichtete). 

Dafür gibt es im klassischen TV-Bereich große Probleme - da geht es WBD nicht anders als anderen großen Medienkonzernen. So gingen die Umsätze im Network-Segment um rund 750 Millionen auf 5,58 Milliarden US-Dollar zurück. Die TV-Werbeerlöse brauchen um gleich 14 Prozent ein. WBD führt das unter anderem auf starke Zuschauerrückgänge bei seinen US-Sendern zurück, aber auch auf insgesamt schwäche Werbemärkte - besonders in den USA, aber auch vereinzelt in anderen Ländern. Ebenfalls bemerkbar machte sich das Fehlen der Olympischen Winterspiele aus dem ersten Quartal 2022. 

Insgesamt kam WBD in den ersten drei Monaten des Jahres auf einen Umsatz in Höhe von 10,7 Milliarden US-Dollar, das waren 5 Prozent weniger als im Jahr davor. Ohne die Winterspiele lag das Minus ebenfalls noch bei 3 Prozent. Und während man das Adjusted EBITDA, also das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis, von 2,38 auf 2,61 Milliarden Dollar stieg, wies der Konzern zu Ende März 2023 einen Nettoverlust in Höhe von 1,07 Milliarden Dollar aus. Darin enthalten sind nach Unternehmensangaben auch 1,81 Milliarden Dollar Abschreibungen vor Steuern aus "akquisitionsbezogenen immateriellen Vermögenswerten" und 95 Millionen US-Dollar an Restrukturierungskosten vor Steuern. Die 2022 abgeschlossene Fusion von WarnerMedia und Discovery schlägt sich also massiv in den Büchern des Konzerns nieder.