Für das zweite Halbjahr 2023 hoffen die großen TV-Vermarkter auf eine massive Erholung des Werbemarkts, der in den zurückliegenden Monaten spürbar eingebrochen ist. Auch im Mai gingen die TV-Bruttowerbeerlöse laut Nielsen um rund 8 Prozent auf etwa 1,3 Milliarden Euro zurück. Das ist zwar ein durchaus massives Minus: Im April lag es allerdings noch bei fast 14 Prozent. Über den Berg sind die Vermarkter aber noch nicht: Vor ihnen liegen nun die chronisch schwachen Sommermonate. 

Auch auf das Gesamtjahr gerechnet sieht es aktuell alles andere als gut aus. Zwischen Januar und Mai liegt das Minus im TV-Bereich bei satten 10,1 Prozent - schlechter als das Fernsehen schneidet laut Nielsen keine andere Mediengattung ab. Aber auch die Publikumszeitschriften (-8,2 Prozent) und das Radio (-1,9 Prozent) befinden sich im Minus. Es ist jedoch vor allem auf das Fernsehen zurückzuführen, dass der gesamte Brutto-Werbemarkt bei einem Minus in Höhe von 4,8 Prozent steht. 

Mit insgesamt rund 2,71 Milliarden Euro an Brutto-Werbeeinnahmen fiel das Ergebnis im Mai so gut aus wie noch nie in diesem Jahr. Gleichzeitig war es auch deutlich weniger als im Mai 2022, als Werbekunden sogar noch etwas mehr als 3 Milliarden Euro (brutto) für Werbung über die verschiedenen Mediengattungen hinweg ausgegeben hatten. Das zeigt wohl schon sehr gut, wie groß die Herausforderungen noch sind. 

Auf Wachstumskurs ist derzeit ganz eindeutig der Bereich Out of Home: Hier liegt das Brutto-Werbeplus im laufenden Jahr bei 6,3, bei den Zeitungen sind es immerhin noch 3,7 Prozent. Ganz vorne liegt das Kino, das im laufenden Jahr ein Plus in Höhe von 47,8 Prozent verzeichnet. Hier werden vor allem noch Corona-Effekte nachgeholt, die Pandemie hat das Kino in den vergangenen Jahren mit sich gerissen wie kein anderes Medium. 

Wie immer gilt es bei den Nielsen-Zahlen zu berücksichtigen, dass hier die Listenpreise zugrunde gelegt werden und Rabatte, Eigenanzeigen und Tauschgeschäfte nicht berücksichtigt sind.