Schon seit März dieses Jahres sind die "Tatorte" und "Polizeiruf 110"-Folgen, die der MDR beisteuert, mit Gebärdensprache verfügbar, nun will man die Barrierefreiheit der beiden Krimireihen ARD-weit ausbauen. Ab 2024 soll die Gebärdensprache in allen Filmen der beiden Reihe verfügbar sein, das bestätigte die ARD gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Zu Beginn des Jahres soll es zunächst eine dreimonatige Pilotphase geben, ehe es ab April in den Regelbetrieb geht. 

Wie die Tageszeitung weiter berichtet, wollen die Intendantinnen und Intendanten der ARD den Plan bis Jahresende verabschieden. Noch sei zwischen den Anstalten aber nicht alles geklärt, heißt es. Auch in einem wichtigen Punkt, der Finanzierung, gibt es aktuell offenbar noch Gesprächsbedarf. Die Kosten für die Gebärdensprache bei "Tatort" und "Polizeiruf 110" halten sich allerdings in Grenzen: Für eine "Tatort"-Folge spricht die ARD von einem niedrigen bis mittleren vierstelligen Betrag. Pro Jahr gehe es um einen knapp sechsstelligen Betrag - das ist deutlich weniger als eine Folge der beiden Reihen insgesamt kostet. 

Die Öffentlich-Rechtlichen nutzen Gebärdensprache bei zahlreichen Formaten, allen voran allerdings bei Nachrichtensendungen oder Service-Formaten und Dokus. Bei fiktionalen Projekten kam die Gebärdensprache bislang höchstens in Ausnahmefällen zum Einsatz. Rund 200.000 bis 250.000 Menschen in Deutschland können mittels Gebärdensprache miteinander kommunizieren, 80.000 davon sind gehörlose Personen. Im Fernsehen wird die Gebärdensprache meist von Dolmetschern übernommen, die in einem Ausschnitt am Bildrand zu sehen sind.