Als man sich im Jahr 2014 entschied, die im NDR seit Jahrzehnten etablierte Satiresendung "Extra 3" auch ins Erste zu holen, entschied man sich zunächst für eine Strategie der maximalen Publikumsverwirrung: Nach einem schwer nachvollziehbaren Rhythmus lief nur etwa einmal im Monat eine Ausgabe donnerstags im Ersten, alle weiteren Folgen verblieben hingegen im NDR Fernsehen - und zwar dort mit kürzerer Sendezeit auch an einem anderen Sendetag, nämlich dem dort angestammten Mittwoch. In der Folge blieben die Quoten der Version im Ersten in den ersten Jahren recht überschaubar.

Erst nach und nach setzte sich die Erkenntnis durch, dass es für einen Erfolg wichtig ist, dem Publikum auch Verlässlichkeit zu bieten. Daher schwenkte man in den letzen Jahren dahingehend um, dass die Sendung über zunehmend längere Staffeln am Stück im Ersten zu sehen war - mit Erfolg: Die Marktanteile zogen deutlich an, erreichten in diesem Jahr in der Spitze über 16 Prozent, auch beim jungen Publikum, im Schnitt sahen knapp 1,7 Millionen zu. Daher wird man die Präsenz von "Extra 3" im Ersten im kommenden Jahr weiter ausbauen.

Statt bislang regulär 16 Folgen auf dem gewohnten Sendeplatz donnerstags um 22:40 Uhr im Ersten zu zeigen, werden es im kommenden Jahr 26 Folgen mit einer Länge von jeweils 45 Minuten sein - genau die Hälfte des Jahres bespielt dann also Christian Ehring mit dem Format den prominenteren der beiden Satire-Plätze im Ersten. Auch in diesem Jahr hatte man allerdings schon mehr als die eigentlich vorgesehenen 16 Folgen im Ersten gezeigt, im Frühjahr liefen zusätzlich fünf 30-minütige Ausgaben - also die eigentlich die im NDR Fernsehen beheimatete Version - zuerst im Ersten. Allerdings zeigte man diese auch erst auf dem späteren der beiden Satire-Plätze, also gegen 23:35 Uhr.

Diese 30-Minuten-Version wird es im kommenden Jahr in dieser Form ohnehin nicht mehr geben. Der Sendeplatz Mittwochs um 22 Uhr bleibt im NDR Fernsehen zwar weiterhin für "Extra 3" reserviert, in Erstausstrahlungen laufen dort aber dann nur noch die Sonderfolgen "Der reale irrsinn Spezial". Ansonsten gibt es Best-Of-Sendungen, Ausgaben mit "Lieblingsmomenten" des Publikums und die Wiederholungen der Folgen aus dem Ersten zu sehen.

Eine Stunde vor der TV-Ausstrahlung stellt der NDR die aktuelle Folge übrigens bereits in die ARD-Mediathek ein. Auch dort funktioniert das Format gut: Alle Ausgaben von "Extra 3" inklusive des "Realen Irrsinns Spezial" zusammengezählt kommt das Format dort in diesem Jahr bislang auf rund 15 Millionen Views.