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Seriendialoge (38): Frauenbilder!

 

Frauen kommen im TV seltener und in anderen Zusammenhängen vor, als man das von der Realität her ableiten könnte. Gleichzeitig gibt es US-Serien mit faszinierenden Frauenfiguren. Höchste Zeit, darüber zu sprechen. Und zwar mit einer Frau, die dazu eine umfassende Studie gemacht hat und sehr gerne Serien schaut.

von Ulrike Klode
20.10.2017 - 16:27 Uhr

Seriendialoge: Frauenbild
© AMC/flickr:gothopotam

Etwa 51 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind Frauen, 49 Prozent Männer. Doch wenn man sich die Fernsehproduktionen anschaut, bekommt man einen anderen Eindruck: Männer sind deutlich stärker vertreten, sie übernehmen deutlich häufiger die Experten- oder Erklärerrolle, und bei Serien und Filmen haben sie deutlich öfter die Hauptrollen. Wer das bisher nur vermutet hat, wurde im Sommer bestätigt - als die Studie "Audiovisuelle Diversität? Geschlechterdarstellungen in Film und Fernsehen in Deutschland?" veröffentlicht wurde. Gleichzeitig sehen wir aber in hochwertigen amerikanischen Serienproduktionen vermehrt komplexe Frauenfiguren, die viele Zuschauer und Zuschauerinnen faszinieren und beschäftigen. Es gibt also offenbar viele verschiedene Frauenbilder, die im Fernsehen und bei Streaminganbietern vermittelt werden.

Im Staffelfinale des Podcasts "Seriendialoge" geht es daher um beides: Frauenbilder im deutschen fiktionalen Fernsehen und Frauenbilder in ausgewählten US-Serien. Meine Gesprächspartnerin Dr. Christine Linke kennt sich mit beidem aus - sie ist Ko-Autorin der Studie und schaut Serien mit einem medien- und kommunikationswissenschaftlichen Blick.

Wir sprechen über die Ergebnisse der Studie und welche Schlüsse sich daraus ziehen lassen, anschließend diskutieren wir über die Frauenfiguren in den Serien "Breaking Bad", "Orange Is The New Black" und "Gilmore Girls" - und streifen in unserem Gespräch viele weitere Serien. Und natürlich reden wir auch darüber, welchen Einfluss Fernsehen auf das reale Leben haben kann. 

Klicken Sie auf folgenden Audioplayer, um die Folge zu hören. 

Unser Gast diesmal: Dr. Christine Linke

Dr. Christine Linke ist Medien- und Kommunikationswissenschaftlerin, sie arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Rostock. Sie ist Ko-Autorin der Studie "Audiovisuelle Diversität? Geschlechterdarstellungen in Film und Fernsehen in Deutschland".

Seriendialoge Selfie Christine Linke
© Ulrike Klode
Der Jahreszeit angemessen haben Christine Linke und ich bei der Aufzeichnung Kräuter-Tee getrunken - gut für die Stimme beim Diskutieren.

Weiterführende Informationen zum Gespräch:

Die Studie "Audiovisuelle Diversität? Geschlechterdarstellungen in Film und Fernsehen in Deutschland" wurde gefördert  von ARD, ZDF, ProSiebenSat.1, RTL, Maria Furtwänglers Stiftung MaLisa. Durchgeführt wurde sie von Prof. Dr. Elizabeth Prommer und Dr. Christine Linke am Institut für Medienforschung der Universität Rostock. Die wichtigsten Ergebnisse als pdf.  

Mehr zu "Buffy" gibt's in Folge 2 der "Seriendialoge".

Die Studie "Boxed In" wird jährlich vom "Center for the Study of Women in Television and Film" an der San Diego State Universität erhoben. Die wichtigsten Ergebnisse der Studie 2016/2017 als pdf. Außerdem ein Text von Maureen Ryan für "Variety" über die Ergebnisse der Studie: "Little Progress for Women on Broadcast TV, Study Finds"

Bei der Aufzeichnung fiel mir der Name der Showrunnerin von "Transparent" nicht ein. Der lautet natürlich Jill Soloway. Zu "Transparent" gibt's auch eine gesonderte Folge der "Seriendialoge".

Anna Gunns Text in der "New York Times" über den unvorstellbaren Hass, der ihr entgegenschlägt, weil sie Skyler White in "Breaking Bad" spielt. 

Die Probleme der Serie "Sherlock" mit Frauenfiguren hat Sarah Gilbert für "The Atlantic" aufgeschrieben: "The Troublesome Women of 'Sherlock'"

In der Aufzeichnung sage ich, dass Soneqa Martin-Green "ein oder anderthalb Jahre" vor dem Start von "Star Trek: Discovery" als Hauptdarstellerin bekanntgegeben wurde. Da habe ich mich verschätzt: Die Bekanntgabe war etwa ein Dreivierteljahr vor dem Start. 

Mehr zu "Gilmore Girls" gibt's in Folge 24 der "Seriendialoge".

Serien, über die wir ausführlicher gesprochen haben:

- "Breaking Bad": Alle Staffeln gibt's zum Beispiel bei Amazon Video, iTunes oder Netflix. Und auf DVD.

- "Orange Is The New Black": Alle 5 bisherige Staffeln sind nur bei Netflix verfügbar, 4 Staffeln gibt's unter anderem bei Amazon Video, iTunes oder Maxdome. Auf DVD sind die Staffeln 1 bis 4 zu haben.

- "Gilmore Girls": Die 7 Staffeln sind bei vielen Streaminganbietern zu finden - zum Beispiel Amazon Video, iTunes oder Maxdome. Und auf DVD. Die Fortsetzung von Herbst 2016 ist nur bei Netflix verfügbar.

Außerdem haben wir kurz über folgende Serien oder Filme gesprochen: "Wonder Woman", "The Defenders", "Jessica Jones", "Buffy", "Veronica Mars", "Better Call Saul", "Sherlock", "Star Trek: Voyager", "Star Trek: Discovery".

Mit dieser Folge endet die fünfte Staffel der "Seriendialoge". Der DWDL.de-Podcast macht jetzt ein paar Monate Pause, bevor es im Frühjahr weitergeht.

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Über die Seriendialoge

Alle reden über Serien und besonders oft über die brandneuen Produktionen. Wir betrachten das Thema einmal anders. In den "Seriendialogen" spricht Journalistin Ulrike Klode mit Menschen, die beruflich mit Serien zu tun haben, über die Werke, die sie persönlich besonders faszinierend finden. Ein Podcast mit zunächst vielleicht unerwarteten Serien und noch überraschenderen Begründungen, der tiefer eintaucht in die Serienkultur. Die fünfte Staffel ist jetzt beendet.

Ulrike Klode bei Twitter: @FrauClodette