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Seriendialoge (41): Wie schreibt man fürs tägliche Senden?

 

Millionen Menschen schalten jeden Tag Dailysoaps ein. Grund genug, darüber zu reden, wie sie eigentlich gemacht werden. Soap-Autorin Sarah Höflich berichtet in der neuen Podcast-Folge von ihrem Arbeitsalltag und redet über Hintergründe.

von Ulrike Klode
09.11.2018 - 16:09 Uhr

Fünf Folgen pro Woche, jede Woche im Jahr, ohne Pause. Daily Soaps begleiten ihre Zuschauer und Zuschauerinnen zuverlässig durch den Alltag. Mehrere Millionen Menschen schalten mittags, nachmittags oder am frühen Abend ein, um die täglichen Geschichten rund um ihnen bekannten Figuren zu erleben - sei es nun "Rote Rosen", "Unter Uns", "Alles was zählt" oder "Gute Zeiten, schlechte Zeiten", um nur ein paar zu nennen.

Seit einigen Jahren wird viel über Serien diskutiert, was sie leisten, was sie leisten können, wie sie sich verändern. Aber in dieser Diskussion kommen Daily Soaps in der Regel nicht vor. Doch wenn sie von so vielen Menschen täglich geschaut werden, sollte man auf jeden Fall auch über Daily Soaps reden, finde ich. Wie werden sie gemacht? Worauf kommt es beim Schreiben an? Wie schafft man es, in so kurzer Zeit so viele Geschichten zu erfinden und zu schreiben? Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, habe ich mir für den Podcast "Seriendialoge" eine Gesprächspartnerin gesucht, die das Arbeiten für Daily Soaps sehr gut kennt: Sarah Höflich, die mehrere Jahre als Headautorin und später Producerin bei der RTL-Soap "Alles was zählt" gearbeitet hat, außerdem war sie auch bei der RTL-Soap "Unter uns" und bei der ARD-Soap "Verbotene Liebe" im Einsatz. 

Ein Gespräch über das Schreiben unter Zeitdruck, straffe Arbeitsorganisation, das ständige Schöpfen neuer Geschichten und das Herausschreiben langgedienter Figuren.

Klicken Sie auf folgenden Audioplayer, um die Folge zu hören. 

Unser Gast diesmal: Sarah Höflich

Sarah Höflich ist Drehbuchautorin, Producerin und Serienentwicklerin und hat schon für unterschiedliche Daily Soaps gearbeitet - "Unter Uns", "Verbotene Liebe", "Alles was zählt". Bei "Alles was zählt" war sie insgesamt vier Jahre: Sie hat die Serie als Headautorin mit aus der Taufe gehoben und von 2006 bis 2008 begleitet. 2016 ist sie als Producerin zu "Alles was zählt" zurückgekehrt und bis 2018 geblieben. Derzeit sitzt sie an verschiedenen fiktionalen Projekten. 

Seriendialoge: Daily-Soap-Autorin Sarah Höflich
Das Gespräch mit Sarah Höflich habe ich im Fernsehzimmer der DWDL-Redaktion geführt, das auch über eine kleine Bar verfügt. Während des Gesprächs haben wir aber natürlich nur Wasser zu uns genommen. 

Weiterführende Informationen zum Gespräch:

Über folgende Serien reden wir ausführlicher: 
- "Alles was zählt": Läuft montags bis freitags ab 19.05 Uhr auf RTL, Folgelänge 23 Minuten. Die erste Folge wurde am 4. September 2006 gesendet. Produziert wird die Serie von Ufa Serial Drama. Bisher liefen mehr als 3050 Folgen.
- "Verbotene Liebe": Lief vom 2. Januar 1995 bis 26. Juni 2015 im Vorabendprogramm des Ersten, in der Regel montags bis freitags, in den letzten Monaten nur noch wöchentlich. Die Folgen dauerten in den ersten Jahren 25 Minuten, wurden in den letzten Jahren aber bis auf 47 Minuten verlängert. Produziert wurde die Serie von Ufa Serial Drama. Es gab insgesamt 4664 Folgen.
- "Verliebt in Berlin": Lief vom 28. Februar 2005 bis 12. Oktober 2007 montags bis freitags um 19.15 Uhr auf Sat.1, Folgenlänge 22 Minuten. Produziert wurde die Serie von Grundy Ufa TV Produktions GmbH und Phoenix Film GmbH. Es gab insgesamt 645 Folgen.
- "Gute Zeiten, schlechte Zeiten": Läuft montags bis freitags um 19.40 Uhr auf RTL, Folgelänge 25 Minuten. Die erste Folge lief am 11. Mai 1992. Produziert wird die Serie von Ufa Serial Drama. Bisher liefen mehr als 6630 Folgen. Lesetipp: Yasmina Banaszczuk hat für "Vice" über die Relevanz der Serie geschrieben und kommt zu dem Schluss "Wer verstehen will, wie Deutschland tickt, muss 'GZSZ' schauen"   

Ergänzende Links zum Gespräch:
- Mehr zum System des Writers' Room: Ein Glossar-Eintrag der Kollegen und Kolleginnen von "Serienjunkies".
- Die "Seriendialoge"-Folge mit Manuel Meimberg zu "Friends".
- Die "Seriendialoge"-Folge zur Wirkung von Serien mit Prof. Dr. Schlütz.
- Mehr zur Studie über Soap Operas von der amerikanischen Kommunikationswissenschaftlerin Herta Herzog gibt's bei Wikipedia.

Über die Autorin

Ulrike Klode ist freie Journalistin in Hamburg - und weil sie serienverrückt ist, schreibt und redet sie am liebsten über nichts anderes. Zum Beispiel in ihrer wöchentlichen Kolumne "Meine Woche in Serie" und im Podcast "Seriendialoge".

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Über die Seriendialoge

Auch in der neuen Staffel der "Seriendialoge" geht's natürlich um Serien. Allerdings nicht um bestimmte, wie in den Staffeln davor, sondern um Serien an sich: Journalistin Ulrike Klode fragt, wie Serien aufs Publikum wirken und wie sie gemacht werden. Sie spricht einerseits mit einer Serienforscherin und andererseits mit ganz unterschiedlichen Menschen, die dazu beitragen, dass eine Serie entsteht. Die sechste Staffel, immer freitags.

Ulrike Klode bei Twitter: @FrauClodette