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Seriendialoge (43): Wie schreibt man für die "Lindenstraße"?

 

Wie schreibt man für Figuren, die seit Jahrzehnten wöchentlich zu sehen ist? Wie bleibt man beim Schreiben dem Wesen einer Serie treu? Um das und mehr geht's in der neuen Folge des Podcasts "Seriendialoge" im Gespräch mit "Lindenstraßen"-Autorin Catrin Lüth - aufgezeichnet, bevor das Ende der Serie bekannt wurde.

von Ulrike Klode
23.11.2018 - 16:46 Uhr

In der Diskussion über Serien geht es meist um neue Geschichten, neue Figuren, das neue Erzählen. Klar, interessante Charaktere zu erfinden, die in einer neuen Serie fesselnde Dinge erleben und spannende Entwicklungen durchmachen, ist eine Herausforderung. Aber wie ist es eigentlich, für eine Serie, die schon lange läuft, immer wieder neue Geschichten für alte und neue Figuren zu erfinden? Was liegt da näher, als dieses Thema mit einer Autorin der "Lindenstraße" zu besprechen: Catrin Lüth schreibt seit fünf Jahren für die Serie.

"Lindenstraße" ist DIE deutsche Serie schlechthin. Erfunden und stark geprägt von Hans Geißendörfer, ist sie seit Dezember 1985 immer sonntags im Ersten zu sehen und erzählt nach Seifenoper-Art aus dem Alltag von Figuren. Viele, viele Charaktere haben in diesen knapp 33 Jahren in dieser fiktiven deutschen Straße gelebt, geliebt und gelitten. Einige sind gestorben, andere sind auf andere Art ausgestiegen, aber ein paar sind von Anfang an dabei. Und viele neue Figuren sind dazu gekommen. Nach mehr als 30 Jahren sowohl immer wieder neue Konflikte und Ereignisse als auch passende neue Figuren zu erfinden, ist eine besondere Herausforderung.

Eigentlich war geplant, diese Folge der "Seriendialoge" erst in ein paar Wochen zu veröffentlichen, doch aus aktuellen Gründen haben wir uns dazu entschieden, sie bereits jetzt zu veröffentlichen. Denn vergangene Woche haben die Verantwortlichen in der ARD entschieden, dass "Lindenstraße" im Frühjahr 2020 eingestellt werden soll

Das Gespräch mit Catrin Lüth wurde Anfang September aufgezeichnet, zu dem Zeitpunkt waren die Einstellungspläne noch nicht bekannt - dementsprechend ist das Ende der "Lindenstraße" kein Thema in der Folge.

Ein Gespräch über den Geist der "Lindenstraße", darüber, warum man über manche Figuren lieber schreibt als über andere, darüber, was man tun kann, wenn eine Figur scheinbar auserzählt ist, darüber, wie entscheidend Recherche bei bestimmten Themen ist und was fiktive Hochzeitstage und Geburtstage mit Zuschauerbindung zu tun haben.  

Klicken Sie auf folgenden Audioplayer, um die Folge zu hören. 

Unser Gast diesmal: Catrin Lüth

Catrin Lüth ist seit 2013 Autorin im Drehbuch-Team der "Lindenstraße", die erste von ihr geschriebene Episode war Folge Nummer 1474, sie hieß „Öl ins Feuer“ und lief am 30. März 2014 im Fernsehen. Catrin Lüth hat Drehbuch und Dramaturgie an der Hochschule für Fernsehen und Film Konrad Wolf in Babelsberg studiert. Eine Liste ihrer Film- und Serienprojekte findet sich in der Crew-United-Datenbank.

Seriendialoge: Catrin Lüth
© Ulrike Klode
Nur ein paar Tage, nachdem Hans Beimer am 2. September in der "Lindenstraße" sterben musste, habe ich Catrin Lüth (links) in Berlin besucht und mit ihr über ihre Arbeit gesprochen.  

Weiterführende Informationen zum Gespräch:

- Weitere Infos zu der ersten "Lindenstraßen"-Folge, die Catrin Lüth geschrieben hat, finden sich hier: Folge 1474 "Öl ins Feuer" vom 30. März 2014.
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 Die von Catrin Lüth geschriebene Folge, in der Hans Beimer stirbt, ist noch in der ARD-Mediathek abrufbar: Folge 1685 "Die Ruhe nach dem Sturm" vom 2. September 2018. Weitere Infos dazu gibt's hier

Angesprochene Figuren:
- Weitere Infos zu Murat Dagdelen.
- Weitere Infos zu Gabi Zenker.
- Weitere Infos zu Jaqueline "Jack" Aichinger
- Weitere Infos zu Hans Beimer.
- Weitere Infos zu Simon Franz Schildknecht.
- Weitere Infos zu Sunny Zöllig.

Angesprochene Serien: 
- "Coronation Street".
- "Transparent"

- Eine Liste des aktuellen Autorinnen- und Autoren-Teams der "Lindenstraße" gibt's hier
- Eine Liste aller Autorinnen und Autoren seit dem Start der Serie gibt's hier

Über die Autorin

Ulrike Klode ist freie Journalistin in Hamburg - und weil sie serienverrückt ist, schreibt und redet sie am liebsten über nichts anderes. Zum Beispiel in ihrer wöchentlichen Kolumne "Meine Woche in Serie" und im Podcast "Seriendialoge".

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Über die Seriendialoge

Auch in der neuen Staffel der "Seriendialoge" geht's natürlich um Serien. Allerdings nicht um bestimmte, wie in den Staffeln davor, sondern um Serien an sich: Journalistin Ulrike Klode fragt, wie Serien aufs Publikum wirken und wie sie gemacht werden. Sie spricht einerseits mit einer Serienforscherin und andererseits mit ganz unterschiedlichen Menschen, die dazu beitragen, dass eine Serie entsteht. Die sechste Staffel, immer freitags.

Ulrike Klode bei Twitter: @FrauClodette