Der "Tatort" hat - nicht zuletzt getrieben durch den Abschied des Münchner Ermittler-Duos Batic und Leitmayr - einen neuen Rekord im Streaming aufgestellt. Mit einer Nettoreichweite von 2,117 Millionen Personen erreichte die ARD-Krimireihe nicht nur ihren bislang besten Wert seit dem Start der Erhebung des Programmmarken-Rankings, sondern führte die Hitliste in Kalenderwoche 15 mit einigem Vorsprung an.

Tatsächlich lässt sich der Bestwert nicht zuletzt damit erklären, dass in besagte Kalenderwoche gleich zwei neue "Tatort"-Folgen fielen. Wie sehr der Abschied durchschlug, zeigt nicht zuletzt der Vergleich zur Vorwoche, als der "Tatort" nur rund eine Viertelmillion Menschen im Streaming erreichte - diesmal fiel die Nettoreichweite also fast drei Mal so hoch aus. Überraschend kommt der Rekord indes nicht: Schon bei der zeitversetzten Nutzung gab's eine große Nachgewichtung der linearen TV-Quoten (DWDL.de berichtete).

Abseits davon knackten im Streaming ausschließlich Nachrichtensendungen die Millionenmarke: "Tagesschau", "ntv Nachrichten" und "ZDFheute" folgten auf den Rängen zwei bis vier. Auch das erfolgreichste fiktionale Angebot hinter dem "Tatort" stammte übrigens von der ARD: Die "Praxis mit Meerblick" erreichte im Streaming eine Nettoreichweite von 930.000 Personen und lag damit auch knapp vor der neuen Prime-Video-Serie "The Boys", die mit über 900.000 Menschen einen starken Einstand hinlegte. Prime Video hatte zudem erneut die erfolgreichste Realityshow im Portfolio: Mit 831.000 im Streaming erreichten Personen markierte "The 50" sogar einen neuen Bestwert. Aber auch die RTLzwei-Show "Kampf der Reality-Allstars" legte mit über 600.000 Personen einen richtig guten Start hin.

DAZN schaffte es derweil wieder doppelt in die Top 10 - die Bundesliga war dabei ein wenig stärker als die Champions League, was auch daran lag, dass die Bayern in Kalenderwoche 15 bei Prime Video gegen Real Madrid antraten. Damit dürfte der Streamer eigentlich einen großen Erfolg gelandet haben, doch weil Prime Video noch keine Live-Sport-Events in den Programmmarken-Hitlisten ausweist, bleibt leider im Unklaren, welche Nettoreichweite das Champions-League-Hinspiel erreichte.

Mit Abstand stärkstes Joyn-Format der Woche war übrigens "Germany's next Topmodel". Die Klum-Show schaffte mit einer Nettoreichweite von 662.000 im Streaming erreichten Menschen Platz 14 und lag damit leicht über dem Wert der Vorwoche. Längst nicht so stark war ein anderer Casting-Klassiker bei RTL+: "Deutschland sucht den Superstar" konnte sich aber gegenüber der Staffel-Auftakt-Woche zumindest auf einen neuen Bestwert steigern und erreichte 386.000 Personen im Streaming - für einen Platz unter den Top 20 reichte das dennoch nicht.

Nettoreichweitenstärkste Programmmarken im Streaming in KW 15   

Programmmarke Anbieter Nettoreichweite
Streaming only
Tatort ARD 2,117
Tagesschau ARD 1,868
ntv Nachrichten RTL 1,511
ZDFheute ZDF 1,140
Bundesliga DAZN 0,941
Praxis mit Meerblick ARD 0,930
The Boys Amazon 0,904
UEFA Champions League DAZN 0,881
Gute Zeiten, schlechte Zeiten RTL 0,832
The 50 Amazon 0,831
heute-show ZDF 0,751
Sturm der Liebe ARD 0,708
Welt News Axel Springer 0,671
Germany's Next Topmodel Joyn 0,662
Kampf der Realitystars RTLzwei 0,602
Lena Lorenz ZDF 0,577
Temptation Island RTL 0,571
Helen Dorn ZDF 0,569
ZDFinfo Doku ZDF 0,543
Sportschau ARD 0,543

Quelle: AGF Videoforschung; AGF SCOPE 1.10; 06.04.2026-12.04.2026; verschiedene Nutzungsfilter; Marktstandard: Bewegtbild; Auswertungstyp Programmmarke; nutzungsbezogen; Paketnummer: 17487 vom 20.04.2026

Programmmarken? Was ist das?

Die 2024 eingeführte Ausweisung der AGF soll Auskunft darüber geben, wie viele Menschen mit Video-Inhalten einer "Programmmarke" in Kontakt gekommen sind - unabhängig ob im linearen TV, den Mediatheken oder Websites der Sender; unabhängig davon, ob es sich um eine ganze Folge oder einen kurzen Schnipsel handelte; unabhängig davon, wie lang die Nutzung war. Spannend ist insbesondere auch die Auswertung rein auf Streaming-Ebene, weil hier bislang kaum öffentliche Daten vorlagen. Wichtig allerdings: Es geht hier nur um die Reichweite auf eigenen Plattformen, YouTube oder Soziale Netzwerke werden nicht erfasst. Und: Es handelt sich stets um Nettoreichweiten, die nicht vergleichbar sind mit der durchschnittlichen Sehbeteiligung, wie man sie aus der TV-Quoten-Berichterstattung kennt. Details dazu haben wir in einem eigenen Artikel erläutert.

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