Nach dem Gewinn der French Open hat Alexander Zverev den Wimbledon-Sieg zwar knapp verpasst, er lieferte sich aber trotzdem ein packendes Finale mit Jannik Sinner und bescherte damit Prime Video hervorragende Reichweiten. Nach Amazon-eigenen Zahlen haben mehr als 3,5 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer das Tennis-Match bei Prime Video verfolgt, womit es das meistgesehene Tennis-Match in der Geschichte des Angebots war. Hierbei dürfte es sich um eine Netto-Reichweite handeln. Amazon hatte das Finale kostenfrei gezeigt, es war also auch ohne Prime-Abo zu sehen.

Amazon bezieht sich hier nicht explizit auf die AGF-Messung, an der man inzwischen auch mit seinen Sport-Angeboten teilnimmt - die Zahl passt aber zu den Daten, die von der AGF für die Kalenderwoche 28 (6. bis 12. Juli) veröffentlicht wurden. Demnach erreichte die Wimbledon-Berichterstattung bei Amazon über die gesamte Woche hinweg eine Nettoreichweite von 4,355 Millionen Personen - so viele kamen also mindestens einmal mit Wimbledon-Inhalten in Kontakt. Über das gesamte Turnier hinweg gibt Amazon selbst die Nettoreichweite mit über fünf Millionen an.

Im AGF-Streaming-Ranking musste sich Wimbledon damit nur der Fußball-WM geschlagen geben, die bei ARD und ZDF wieder Nettoreichweiten von über fünf Millionen Personen verzeichnete. Auch Platz 4 im Ranking ging noch an den Sport: Die Programmmarke "Sportschau Tour de France" der ARD erreichte demnach im Streaming, 1,665 Millionen Personen. Etwas überraschend taucht übrigens auch "ran Fußball" in den Top 10 mit einer Nettoreichweite von 0,832 Millionen - das dürfte sich wohl vor allem durch kurze Video-Clips rund um die WM erklären, die vermutlich durch Einbindung in Artikel Reichweite eingesammelt haben.

Nettoreichweitenstärkste Programmmarken im Streaming in KW 28

Programmmarke Anbieter Nettoreichweite
Streaming only
Sportschau Fußball-WM ARD 5,754
Fußball-WM ZDF 5,022
Wimbledon Amazon 4,355
Sportschau Tour de France ARD 1,665
ZDFheute ZDF 1,343
ntv Nachrichten RTL 1,331
Tagesschau ARD 1,319
Gute Zeiten, Schlechte Zeiten RTL 1,077
ran Fußball Joyn 0,832
Prominent getrennt - Die Villa der Verflossenen RTL 0,745
Bad Boyfriends RTL 0,699
Ex on the Beach RTL 0,579
Two and a half Men Amazon 0,545
ZDFinfo Doku ZDF 0,532
Der Bachelor RTL 0,513
Tatort ARD 0,470
Welt News Axel Springer 0,435
Elle Amazon 0,427
Markus Lanz ZDF 0,421
Alles was zählt RTL 0,416

Quelle: AGF Videoforschung; AGF SCOPE 1.15; 06.07.2026-12.07.2026; verschiedene Nutzungsfilter; Marktstandard: Bewegtbild; Auswertungstyp Programmmarke; nutzungsbezogen; Paketnummer: 18004 vom 20.07.2026

Lässt man Sport und News außen vor, dann war "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" die reichweitenstärkste Programmmarke im Streaming: Mit 1,077 Millionen erreichten Personen erwischte die RTL-Soap sogar den zweitbesten Wochenwert überhaupt. Auch die drei nächsterfolgreichsten Programmmarken außerhalb von Sport/News kamen mit "Prominent getrennt", "Bad Boyfriends" und "Ex on the Beach" von RTL. Das neue Format "Bad Boyfriends" konnte dabei im Vergleich zur Vorwoche deutlich um 165.000 auf fast 700.000 erreichte Personen steigern. Damit hat RTL+ sein Reality-Portfolio also erneut erfolgreich ausgebaut.

Programmmarken? Was ist das?

Die 2024 eingeführte Ausweisung der AGF soll Auskunft darüber geben, wie viele Menschen mit Video-Inhalten einer "Programmmarke" in Kontakt gekommen sind - unabhängig ob im linearen TV, den Mediatheken oder Websites der Sender; unabhängig davon, ob es sich um eine ganze Folge oder einen kurzen Schnipsel handelte; unabhängig davon, wie lang die Nutzung war. Spannend ist insbesondere auch die Auswertung rein auf Streaming-Ebene, weil hier bislang kaum öffentliche Daten vorlagen. Wichtig allerdings: Es geht hier nur um die Reichweite auf eigenen Plattformen, YouTube oder Soziale Netzwerke werden nicht erfasst. Und: Es handelt sich stets um Nettoreichweiten, die nicht vergleichbar sind mit der durchschnittlichen Sehbeteiligung, wie man sie aus der TV-Quoten-Berichterstattung kennt. Details dazu haben wir in einem eigenen Artikel erläutert.