Tobi Baumann, Bastian Pastewka und Christoph Schneider © DWDL.de
"Kein Fernsehen zwischen Bügeln und Candy Crush"

"Pastewka" bei Amazon: Was sich ohne Sat.1 ändern soll

 

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Die 8. Staffel, die Anfang 2018 bei Amazon Prime Video online gehen soll, wird vermutlich zehn Folgen umfassen, auch wenn Bastian Pastewka beim Pressegespräch in München scherzt: "Wir wissen noch nicht, wie viele Folgen es genau sind, aber es sind einige." Gedreht wird in Ultra HD, auch 4K genannt. "Wir entwickeln uns. Einst in 4:3 gestartet, dann 16:9 und jetzt das. Ich freue mich darauf, auch wenn ich noch nicht genau weiß, was das bedeutet." Was Pastewka hingegen weiß: "Der rote Saab ist natürlich wieder dabei. Auch der '24'-Klingelton bleibt bestehen. Und das ganze Ensemble ist dabei. Dieses Ensemble ist der Erfolg der Serie. Dieses Ensemble ist die Serie."

Die lange Pause seit der letzten Staffel bei Sat.1 bleibt logischerweise nicht unerwähnt an diesem Mittag "Das klingt jetzt ein bisschen blöd, aber ich habe auch gespürt: Es geht weiter", sagt Pastewka zur langen Pause. "Ich habe mir das auch immer gewünscht. Die 7. Staffel hatte keinen Cliffhanger. Wir dachten: Komm, wir enden mit einer lustigen Folge. Aber irgendwie muss das noch weitergehen. Diese seltsame Beziehung von Anne und Bastian im Zentrum ist nicht fertig erzählt, die geht jetzt erst richtig los nach einer geplatzten Hochzeit. Wir haben so viele offene Enden da liegen gehabt. Das musste weitergehen."

Seit der Ausstrahlung der 7. Staffel bei Sat.1 ist jedoch viel Zeit vergangen. Das war im Herbst 2014. "Die Welt hat sich verändert", attestiert auch Pastewka. "Trump, Putin, Frau Bruck will schwanger werden - das sind alles Probleme, die Bastian in Zukunft hat. Und auch der Hauptdarsteller ist älter geworden, wie ich neulich im Spiegel festgestellt habe." Mit ihm sei auch sein Alter Ego und alle anderen älter geworden. Das spiegele sich auch in der Story wieder. So gehe es um die Beziehung von Anne und Bastian in der Mid-Life-Crisis.

"Als wir begonnen haben, waren wir vielleicht noch so eine nicht ganz klar erkennbare Sketch-Parade von lustigen Situationen", sagt der Hauptdarsteller. "Aber wir haben es dann doch geschafft, uns einen relativ spezifischen Blick auf unsere Serie zu erarbeiten, was mit den Autoren und Schauspielern immer eine große Freude war. Wir versuchen jetzt auch wieder bei unserer 'Next Generation' wieder: Also kein Dienst nach Vorschrift sondern die Chance ergreifen. Es sind vier Jahre vergangen, auch in der Serie übrigens vier erzählte Jahre." Zunächst einmal wird jetzt eine Staffel gedreht, "aber Bastians Leben geht ja weiter. Schauen wir mal, wir sind guten Mutes", gibt sich Christoph Schneider, Geschäftsführer Amazon Video Germany, vielversprechend.

Wie aktuell wird die achte Staffel, die ab Juni gedreht wird, aber erst Anfang 2018 online gehen soll? "Solange Donald Trump nicht zurücktritt ist eh alles okay", kontert Pastewka und lacht. "Wir haben aber auch beschlossen, dass wir mit dem neuen Partner und nach der langen Pause ein bisschen darauf konzentrieren wollen, welche Geschichten sich um Bastian, seine Beziehung und Familie drehen. Da interessiert Aktualität etwas weniger", sagt Tobi Baumann. "Wir wollen uns mit 'Behind the scenes' nicht zu sehr wiederholen, da haben wir schon so wahnsinnig viel erzählt. Von Lindenstraße über Center TV bis zu allen deutschen Preisverleihungen. Bei den Familienfiguren der Serie liegt noch genug im Argen."

"Wir hatten auch immer wieder Feedback von Frauen, die sich gefragt haben, warum Anne eigentlich immer noch mit Bastian zusammen ist nach all dem. Dieser Frage wollen wir dann vielleicht doch mal nachgehen“, so Baumann. Pastewka ergänzt: "Außerdem bekomme ich ja auch kaum noch Anfragen. Also können wir das ja nicht mehr erzählen. Es gibt ja kaum noch klassische Comedy-Sendungen." Und dennoch, da beruhigen die beiden Macher der Serie: Die Fernsehwelt bleibt im Hintergrund erhalten: "Bastian wird jetzt kein Hirnchirurg oder Baumeister", sagt Baumann. "Und auch kein Geldfälscher", schiebt Pastewka grinsend hinterher.

"Inzwischen sind wir bei Sat.1 zu den letzten Mohikanern geworden, weil es ja überhaupt keine halbstündigen Sendungen mehr gibt."
Bastian Pastewka

Und wie war das nun mit Sat.1, dem langjährigen Haussender von Bastian Pastewka? "Wir hätten die Serie über diese lange Zeit nicht entwickeln können ohne Sat.1. Wahrscheinlich hätten wir sie bei keinem anderen Sender sieben Staffeln lang entwickeln können. Aber das hat sich ein bisschen geändert. Als wir begonnen haben, waren wir eingebettet in eine lange Strecke von guter Unterhaltung und Sitcoms. Inzwischen sind wir bei Sat.1 zu den letzten Mohikanern geworden, weil es ja überhaupt keine halbstündigen Sendungen mehr gibt. Wir sind da ein bisschen durchs Raster gefallen, würd' ich jetzt mal ohne böses Blut sagen. Es ist alles in Ordnung."

Tobi Baumann springt ihm zur Seite: "Es hat sich einfach auch was verändert auf dem Markt mit Partnern wie Amazon, die auf den Markt gekommen sind und sehr aktiv gesagt haben: Wir wollen deutsche Fiction, wir wollen deutsche Sitcoms. Damit sind sie jetzt unser Partner geworden, um die nächste Staffel und hoffentlich auch eine längere Zukunft darüber hinaus zu gestalten. Und was das Free-TV angeht: Da gibt es Interesse und Gespräche, aber zunächst einmal sind wir exklusiv bei Amazon." Wie lange die Serie exklusiv bei Amazon zu sehen sei, will Christoph Schneider auf DWDL.de-Nachfrage nicht konkretisieren. "Es sind keine drei Jahre aber auch nicht das 'Jerks'-Modell." Die Maxdome-Serie läuft keine vier Wochen nach der Premiere bei Maxdome nun bei ProSieben an.

Ob er Brainpool und Bastian Pastewka denn also bei der weiteren Entwicklung des Buches und dem Dreh wirklich freie Hand lassen werde, wird Amazon-Manager Christoph Schneider gefragt. Er blickt neben sich und antwortet: "Wir haben das Package so eingekauft, wie es da sitzt. Von da aus habe ich vollstes Vertrauen. Ihr habt nur das Problem, dass ich Hardcore-Fan bin. Aber ich meine: Man holt sich doch Spitzenköche, damit man nicht noch selbst nachsalzen muss." Pastewka strahlt.

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