Ninja Warrior Germany © MG RTL D / Stefan Gregorowius
"Athleten gegen Parcours – that's it."

Der Berg ruft: Auf den Spuren der Ninja Warriors

 

Wer zu "Ninja Warrior Germany" an den Stadtrand von Karlsruhe reist, der meint es in aller Regel ernst. An Motivation mangelt es hier niemandem. Vielleicht liegt darin das Geheimnis der RTL-Show. DWDL.de-Redakteur Alexander Krei war vor Ort - und im Wasser.

von Alexander Krei , Karlsruhe
12.08.2017 - 11:00 Uhr

Einmal im Leben "Ninja Warrior" sein – diesen Traum träumen inzwischen auch hierzulande ein paar tausend Frauen und Männer, seit sie vor einem Jahr zum ersten Mal die gleichnamige Show bei RTL gesehen haben. Das Phänomen ist schnell erklärt: Es gilt, mit einer Mischung aus Kraft, Ausdauer und Körperbeherrschung möglichst schnell einen Parcours zu überwinden. Wer es bis zum Ende schafft, muss nur noch den "Mount Midoriyama" bezwingen, ein viele Meter hohes Stahlgerüst, an dem schon die Besten der Besten scheiterten. In den USA hat es ganze sieben Jahre gedauert, bis der erste Athlet den besagten "Berg" bezwang.

Als ich an einem sonnigen Tag im Juni nach Karlsruhe reise, wo ein Team von rund 30 Mitarbeitern eine große Veranstaltungshalle innerhalb von zwei Wochen TÜV-gerecht zum "Ninja Warrior"-Parcours umgebaut hat, blicken 50 vorwiegend junge Menschen ehrfürchtig nach oben. Sie alle haben sich dazu entschlossen, den Wettkampf anzunehmen. Bevor es losgeht, bekommen sie von Flo den Parcours gezeigt. Flo ist sportlicher Berater und gibt unmissverständlich zu verstehen, dass es vor der Show nur diese eine Möglichkeit gibt, jene Hindernisse zu beschnuppern, die zwei durchtrainierte Profis mit spielender Leichtigkeit testweise bewältigen.

Mark Land
© MG RTL D / Stefan Gregorowius
Auch ich werde mich im weiteren Verlauf des Nachmittags an dem Parcours versuchen dürfen – und spätestens beim Anblick der Hindernisse erahne ich, dass der berühmt-berüchtigte "Mount Midoriyama" für mich in unerreichbarer Ferne liegt. Bevor es losgeht, treffe ich Mark Land (Foto). Der Executive Producer von "Ninja Warrior Germany" schätzt an der Show vor allem ihr simples Konzept. "Athleten gegen Parcours – that's it." Diese Einfachheit scheint sich auch auf das Publikum übertragen zu haben, das die Show vor einem Jahr mit Marktanteilen von teils mehr als 20 Prozent zum sommerlichen Quoten-Hit machte.

"Für die Zuschauer ist es vergleichbar mit den Auditions bei einer Castingshow", sagt Land. "Da stellt sich jemand hin - bei uns aufs Starter-Podest - und man macht sich als Zuschauer sofort ein Bild von den Teilnehmern und ordnet sie für sich ein. Dann will man wissen: Habe ich Recht mit meiner Einschätzung? Diese Neugierde zieht einen dann unmittelbar ins Programm rein." Freilich helfen dabei auch Frank Buschmann und Jan Köppen, die erneut als Kommentatoren des Sport-Spektakels fungieren werden. "Diese Frotzeleien, die sich im letzten Jahr ansatzweise entwickelt haben, bringen die beiden inzwischen zur Perfektion", verspricht Mark Land, der den beiden schon während der Aufzeichnung lauscht.

Die Zuschauer in der Halle bekommen von den Sprüchen der Kommentatoren dagegen nichts mit. Zu laut ist es, wenn sich die Athleten über Hindernisse springen und hangeln. Gleich 37 dieser Hindernisse kommen in den Vorrunden und Halbfinal-Qualifikationen zum Einsatz, hinzu kommt noch eine mehr als vier Meter Hohe Wand. Wie groß der Aufwand ist, zeigt vor allem eine Zahl: Etwa 2.000 Arbeitsstunden müssen die Konstruktion eines kompletten Parcours veranschlagt werden – und damit ist es nicht langweilig wird, werden pro Produktionstag durchschnittlich vier Parcours-Elemente ausgetauscht.

Ninja Warrior Germany
© DWDL.de / Alexander Krei

Als Inspiration dienen die zahlreichen Versionen der Show, die ihren Ursprung in Japan hat und längst in vielen anderen Ländern der Welt erfolgreich ist. "Wir schauen international, welche neuen Hindernisse in die Parcours kommen, wählen aus und besprechen uns dann mit unserem Parcours-Bauer. Danach werden sie in einer großen Lagerhalle auf Herz und Nieren getestet", erzählt Executive Producer Mark Land. Die Struktur der Show unterscheidet sich in jedem Land, die Franzosen erzählen beispielsweise deutlich langsamer. Bei uns ist 'Ninja Warrior' auf zwei Stunden angelegt, daher haben wir eine Struktur geschaffen, die auch innerhalb jeder einzelnen Folge eine Dramaturgie vorsieht - mit einer Vorrunde, an die sich die Halbfinal-Qualifikation anschließt."

Dass die deutsche Version – anders als die französische – nicht vor einer schönen Außenkulisse stattfindet, hält Land indes nicht für einen Nachteil. "Die Kulisse der Franzosen ist toll, aber wir haben in Deutschland einfach nicht die Wetter-Sicherheit wie in Frankreich", gibt er mit Blick auf die hohen Temperaturen in Cannes zu bedenken. "Die Kollegen beginnen mit der Aufzeichnung zudem erst abends, da zieht sich die Produktion gerne mal bis in die frühen Morgenstunden." Für optische Höhepunkte wollen die deutschen "Ninja Warrior"-Macher dagegen mit einer High-Speed-Kamera sorgen, die in diesem Jahr erstmals zum Einsatz kommt und ganz verlangsamt Emotionen nahebringen soll – "von Siegen, aber auch von Niederlagen", wie Mark Land betont.

Und dann gibt es da auch noch die Geschichten einzelner Kandidaten, wie die eines Mannes, der sich vor einem Jahr bewarb und plötzlich von seiner Krebs-Erkrankung erfuhr. "Als er Monate später als geheilt entlassen wurde, hat er sich erneut beworben - und ist jetzt hier. Das ist eine Heldenreise, die wir selbstverständlich erzählen werden." Doch es sind glücklicherweise keineswegs die Einzelschicksale, die im Mittelpunkt der Show stehen - es ist der sportliche Wettkampf. Hinter den Kulissen bekommt man das gut zu spüren. Hier bereiten sich die Athletinnen und Athleten noch einmal vor. Manche machen Liegestütze, andere sind völlig in sich gekehrt.

Ein sichtlich aufgeregter Schweizer erzählt mir, dass er seit Wochen für diesen einen Auftritt trainiert hat - ein Auftritt, der so schnell vorbei sein kann wie er begonnen hat. Dass bekomme ich am eigenen Leib zu spüren, als ich nach der ersten Aufzeichnung des Tages hektisch auf die Startposition gelotst werde. Während die Zuschauer im Hintergrund gerade im Begriff sind, die Halle zu verlassen, nähern sich von der anderen Seite schon die nächsten 50 "Ninja Warrior", die gleich von Flo und seinen Mitstreitern eingewiesen werden. Nach dem Fünfsprung falle ich ins Wasser. Nun habe ich die endgültige Gewissheit, dass der "Mount Midoriyama" ein unerreichtes Ziel in meinem Leben bleiben wird.

Ninja Warrior Germany
© DWDL.de

RTL zeigt "Ninja Warrior Germany" zunächst samstags um 20:15 Uhr.

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