Das Kuratorium des Deutschen Kamerapreises schreibt in der Begründung der Auszeichnung: "Torsten Breuers Arbeit verbindet stilistische Vielfalt mit technischer Meisterschaft und trägt maßgeblich zur Wirkung zahlreicher preisgekrönter Filme bei. Sein Schaffen zeugt von einer bemerkenswert kreativen Bandbreite – in den 1990er-Jahren arbeitete er auch als Filmkomponist. Dieses Gesamtwerk macht Torsten Breuer zu einer herausragenden Persönlichkeit seines Fachs."
Breuer verweist auf die Parallelen zwischen der Musik und seinen Bildern: "Die Arbeit mit der Kamera ist wie Musik. Es geht um Rhythmus, Bewegung und Choreografie. Ich habe Probleme damit, wenn die Kamera sehr statisch ist." Die Geschichte eines Films müsse ihn emotional "berühren", erklärt der Ehrenpreisträger. "Ich habe mein ganzes Leben nur Filme gemacht, die mir etwas bedeutet haben. Selbst in Zeiten, in denen es mir dreckig ging und ich nicht wusste, wie ich mir überhaupt noch meine Semmeln kaufen soll, habe ich Filme abgelehnt, wenn mich die Drehbücher nicht gepackt haben."
Breuer studierte einst an der HFF in München, wo er auch Katja von Garnier kennenlernte, mit der er "Abgeschminkt" (1992), "Bandits" (1997), sowie die Scorpions-Doku "Forever and a Day" (2015) drehte. Mit Caroline Link realisierte er "Pünktchen und Anton" (1998), mit Marcus H. Rosenmüller "Schwere Jungs" (2007) und "Beckenrand Sheriff" (2021). Gemeinsam mit Dennis Gansel schuf Torsten Breuer unter anderem die Jugenddramen "Napola – Elite für den Führer" (2004) und "Die Welle" (2007) sowie die Michael-Ende-Romanverfilmung "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" (2018).
Mit Michael Bully Herbig arbeitete Torsten Breuer an den Komödien "Buddy" (2013) und "Bullyparade – Der Film" (2017), am Fluchtdrama "Ballon" (2018) und an "Tausend Zeilen" (2022). Für die Krimikomödie "Jerry Cotton" (Regie: Cyrill Boss und Philipp Stennert) wurde Torsten Breuer 2011 mit dem Deutschen Kamerapreis ausgezeichnet. Fürs ZDF führte er die Kamera bei der Reihe "Kommissarin Lucas" mit Ulrike Kriener. Zu Beginn seiner Karriere war er auch als Komponist aktiv und schrieb die Musik für mehrere Sönke-Wortmann-Filme ("Allein unter Frauen", "Kleine Haie" und "Der bewegte Mann").
Die Preisverleihung zum 36. Deutschen Kamerapreis findet am 8. Mai 2026 in Köln im Funkhaus des WDR statt. Dann können auch 35 weitere Kameraleute und Filmeditorinnen und -editoren noch auf eine Auszeichnung hoffen. Die Nominierten sind in diesem Jahr:
Kamera
Fiktion Kino
- Juan Sarmiento G. für „The Voice of Hind Rajab“
- Fabian Gamper für „In die Sonne schauen“
- Vladislav Opelyants für „Das Verschwinden des Josef Mengele“
Fiktion Screen
- Andreas Köhler für „Schwarzes Gold (Folge 3)“
- Tim Kuhn/Jieun Yi für „KRANK Berlin (Folge 1)“
- Frank Griebe für „Delicious“
Kurzfilm
- Birgit Bebe Dierken für „The Secret Assistants“
- Antonia Schäfer für „They Made You Into A Weapon And Told You To Find Peace“
- Fizzy für „Out of the Blue“
Doku Kino
- Sophia Fenn für „Where The Waves Took Her“
- Stefan Neuberger für „Mit Ästen bis zum Himmel“
- Julian Vogel für „Soldaten des Lichts“
Doku Screen
- Sven Wettengel für „Goodbye Germany – Warum Deutschlands Top-Leichtathleten in die
USA auswandern“ - Marcel Mettelsiefen für „Drogenkrieg in Ecuador“
- Wesley William Salamone für „BABO – Die Haftbefehl-Story“
Information und Kultur
- Simone Friedel für „Money Maker: Walter Temmer – Vom schlechten Schüler zum
Selfmade-Millionär“ - Jan Mammey für „ARTE Re: Wenn Alkohol am Steuer das Auto kostet“
- Johannes Pfau für „Bolivien – Ada und die Reise ihres Lebens“
Schnitt
Fiktion Kino
- Hansjörg Weißbrich für „Das Verschwinden des Josef Mengele“
Fiktion Screen
- Anna Nekarda für „Die Nichte des Polizisten“
Kurzfilm
- Lukas Schoenenberg für „Anaïs“
Doku Kino
- Jonas-Danilo Fehr für „Wohin mit mir?“
Doku Screen
- David Gesslbauer, Marco Rottig und Philipp Schnabel für „BABO – Die Haftbefehl-
Story“
Information und Kultur
- Michael Wolf für „Money Maker: Walter Temmer – Vom schlechten Schüler zum
Selfmade-Millionär“
Nachwuchspreise
- Lukas Schoenenberg für „Phönix“
- Sophia Fenn für „Tabir“
- Luca Hain, „Inkubus“
- Catharina Lott und Jonas Riedinger für „Run Me Wild“
- Yunus Çağ Köylü für „Lonig und Havendel“
- Emma Holzapfel und Wolfgang Purkhauser für „Babystar“
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