Gerade erst endete die diesjährige Staffel von „Let’s Dance“ bei RTL. Den Erfolg der Tanzshow, die Relevanz für den Sender sowie die langjährige Zusammenarbeit mit Seapoint Productions sowie Produzentin Nina Klink hob RTL-Programmchefin Inga Leschek am Donnerstagabend in einer Rede beim Produzent*innen-Empfang des Unternehmens in Köln noch einmal ausdrücklich hervor. Und das war kein Zufall. 

Im kommenden Jahr feiert RTL die 20. Staffel seiner sehr erfolgreichen Tanzshow, doch für die Produktionsfirma Seapoint Productions wird es ein bitteres Jubiläum. Es ist gleichzeitig die letzte Staffel, die von dem Team produziert wird. „Let’s Dance“ ist die deutsche Adaption des britischen TV-Formats „Strictly Come Dancing“, dessen Rechte bei BBC Studios liegen.

Phil Schmid © Nick Herwart / BBC Studios Germany Phil Schmid, BBC Studios Germany
Schon bislang produzierte Seapoint Productions „im Auftrag von BBC Studios“. Jetzt will der Lizenzgeber selber ran: "Die sehr erfolgreiche und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen BBC Studios und Seapoint Productions bei der Umsetzung der Produktion von ‚Let’s Dance‘ wird nach der Staffel 20 zum Sommer 2027 enden“, erklärt Phil Schmid, Geschäftsführer BBC Studios Germany. 

Auch hier Worte der Wertschätzung: „BBC Studios Germany möchte sich ausdrücklich für die herausragende Arbeit von Produzentin Nina Klink und ihrem gesamten Team über nunmehr 19 fantastische Staffeln bedanken. Let’s Dance ist durch diese Prägung und produzentische Leistung zur erfolgreichsten Show-Produktion der letzten Jahrzehnte geworden.“ Dafür sei man zutiefst dankbar.

Lets Dance © imago / picture team

Und trotzdem ist es ein harter Tag für das Team von Seapoint Productions, das an diesem Freitagvormittag von Geschäftsführerin Nina Klink persönlich am Set in Köln-Ossendorf über das Aus informiert wurde. Crew sowie Talents der Show, Tänzerinnen und Tänzer, das Moderations-Duo sowie die prominente Jury sind vor Ort, weil am Samstag noch das diesjährige „Gala-Special“ aufgezeichnet wird.

Daniel Hartwich, Victoria Swarovski, Motsi Mabuse, Jorge González und Joachim Llambi sind von dem Produktionswechsel nicht vertraglich betroffen, haben nach DWDL-Informationen ihre Verträge direkt mit RTL. Und doch bedeutet der Wechsel der Produktionsfirma nach der 2027er Staffel einen Abschied vom bisherigen Team - vorbehaltlich einiger Köpfe, die möglicherweise zu BBC Studios Germany wechseln werden. Solche Bewegungen gab es zumindest in ähnlichen Fällen in der Vergangenheit.

Nina Klink © Florian Trettenbach Nina Klink, Seapoint Productions
„Wenn man ein internationales Lizenzformat produziert, gehört es zum Geschäft, dass diese Lizenz zurückgeführt werden kann, sobald ein eigener Produzent vor Ort etabliert ist. Umso mehr erfüllt es uns mit Dankbarkeit und großem Stolz, dass wir ‚Let’s Dance‘ trotzdem über so viele Jahre produziert haben“, sagt Nina Klink, Geschäftsführer von Seapoint Productions. 

„Es war immer unser großes Ziel diesem Vertrauensbeweis mit Leidenschaft, Hingabe und höchstem Qualitätsanspruch gerecht zu werden.“ Es ist ein emotionales Thema für Klink. „Mein außergewöhnliches Team und ich produzieren dieses Format seit der allerersten Show am 03. April 2006 und haben in den letzten 20 Jahren alles für diese Show gegeben.“

Weiter sagt Klink: „Ein Format über zwei Jahrzehnte hinweg kontinuierlich erfolgreich weiterzuentwickeln und relevant zu halten, gelingt nur mit herausragenden Menschen. Deshalb gilt mein besonderer Dank unserer oft zitierten ‚Let’s Dance‘-Familie, dem gesamten Team vor und hinter der Kamera und unseren Partnern bei RTL, die diese Show zu dem gemacht haben, was sie heute ist.“

Lets Dance © imago / Panama Pictures

Ursprünglich wurde die RTL-Tanzshow von der deutschen Tochter der Produktionsfirma Granada (später umfirmiert in ITV Studios Germany) hergestellt. Dort war Klink damals Executive Producerin bis sie 2014 zur neugegründeten Produktionsfirma Seapoint Productions wechselte, das Format mit Unterstützung von BBC Studios mitnahm und seitdem dort in deren Auftrag produzierte. 

RTL © RTL
Nur ein Jahr später erlebte sie 2015 dort schon einmal das, was jetzt BBC Studios Germany bei „Let’s Dance“ vollzieht: Die Rückholung einer herausgegebenen Lizenz. Das „Bachelor“-Formatuniversum, erst bei ITV Studios Germany zuhause, dann kurz bei Seapoint, wanderte zu Warner Bros ITVP, die nach dem Markteintritt unter eigener Flagge in Deutschland die Muskeln spielen ließen. Auch damals hatte RTL als Sender keinen Einfluss auf den Wechsel der Produktionsfirma.

Aber zurück ins Jahr 2026: „Wir übergeben den Staffelstab mit großem Stolz und natürlich auch mit etwas Wehmut“, sagt Nina Klink heute zum angekündigten Produzentenwechsel ab 2028. „Wir blicken mit voller Zuversicht nach vorne und freuen uns, mit unserer über viele Jahre gewachsenen Show-Kompetenz und Erfahrung neue Ideen, Formate und Projekte voranzutreiben.“ Seapoint Productions produziert u.a. auch die Realitys „Das Sommerhaus der Stars“ und „Prominent getrennt“ für RTL bzw. „Too hot to handle“ für Netflix.

„Aber jetzt freuen wir uns ja erst mal auf eine weitere unvergessliche Staffel zum 20-jährigen Jubiläum im kommenden Jahr und wünschen dann unserem Herzensformat, RTL und BBC Studios für die Zukunft weiterhin viel Erfolg“, sagt Nina Klink. Bei BBC Studios Germany wird die Produktion ab 2028 in den Händen der Produzenten Phil Schmid und Markus Templin liegen.

Templin hat für BBC Studios Germany bereits „Das große Backen“ von Tower Productions reimportiert, das er vorher dort schon verantwortete. Die dem deutschen Publikum von Sat.1 bekannte Marke basiert ebenfalls auf einem von BBC Studios vertriebenen Format, „The Great British BakeOff“. Nach Jahren der Distributionstätigkeit hatte BBC Studios im Jahr 2021 entschieden, unter eigener Flagge als Produktionsfirma in Deutschland zu agieren. Die Übernahme von „Let’s Dance“ ist das neueste Ausrufezeichen.

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