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Doku-Drama zum 70. Todestag

Nach ZDF-Rückzieher: ARD verfilmt Frank-Tagebuch

 

Nach dem Streit um die inzwischen verworfenen ZDF-Pläne, das Tagebuch der Anne Frank zu verfilmen, wird derzeit an einem ARD-Film über Anne Frank gearbeitet. Kritik vom Anne-Frank-Fonds ist diesmal jedoch nicht zu erwarten.

von Alexander Krei
13.03.2014 - 14:03 Uhr

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass das ZDF darauf verzichten wird, den geplanten Film von Produzent Oliver Berben über das Leben von Anne Frank umzusetzen. Während es dazu also nicht mehr kommen wird, ist stattdessen nun ein Film im Ersten geplant. Unter Federführung des Hessischen Rundfunks (hr) und mit Beteiligung des RBB entsteht derzeit nach Angaben des Senders die erste große deutsche Verfilmung der Lebensgeschichte des Frankfurter Mädchens, dessen Kriegs-Tagebuch weltweit bekannt wurde.

Produziert wird der Film von der AVE Gesellschaft für Fernsehproduktion. Am internationalen Kinofilm, an dem die AVE ebenfalls arbeitet, wird unterdessen wie geplant weitergearbeitet, sodass es im kommenden Jahr unterm Strich also doch zwei Filme über Anne Frank geben wird. Der Anne-Frank-Fonds dürfte diesmal allerdings keine Einwände haben, weil sämtliche Verfilmungsrechte am Tagebuch der Anne Frank weltexklusiv bei der AVE liegen. Zu Jahresbeginn hatte der Fonds dem ZDF "respektloses Verhalten" vorgeworfen. Die Rede war damals von einem "beispiellosen Vorgehen gegen nicht-kommerzielle Rechteinhaber", das nicht nur gegen Fairness und Anstand verstroße, auch "ein respektloses Verhalten einer im Holocaust weitgehend vernichteten Familie" darstelle.

Das Drehbuch des nun angekündigten ARD-Films stammt von Hannah und Raymond Ley ("Kunduz", "Die Kinder von Blankenese", "Eichmann"). Raymond Ley wird darüber hinaus auch Regie führen. Die Hauptdarstellerin wird derzeit durch Castings in Frankfurt und Berlin gesucht. Erste Interviews mit letzten noch lebenden Zeitzeugen wurden bereits weltweit gedreht. Der Film folgt Anne Franks Schicksal von der glücklichen Kindheit in Frankfurt über das Versteck im Hinterhaus in Amsterdam bis zu ihrem Tod im Konzentrationslager Bergen-Belsen, und setzt auf eine Mischung aus dokumentarischen Elementen und Spielfilmszenen, die sich eng an die Vorlage des berühmten Tagebuches halten sollen. Mit bisher unveröffentlichten Fotos, Archiv- und Bildmaterial entstehe ein Doku-Drama, das die Beziehung von Vater und Tochter in den Mittelpunkt stellt.

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