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"Vorgehensweise befremdlich"

Antisemitismus-Doku: Arte reagiert gelassen auf "Bild"-Aktion

 

Bei Arte reagiert man gelassen auf die Tatsache, dass Bild.de die Antisemitismus-Doku des Senders, die Arte selbst nicht zeigen will, online genommen hat. Man habe keine Einwände, dass sich die Menschen selbst ein Bild machen können.

von Timo Niemeier
13.06.2017 - 11:38 Uhr

Die Antisemitismus-Doku, über die seit Wochen hitzig diskutiert wird, ist seit Mitternacht bei Bild.de zu sehen. Der Boulevard-Riese stellte den geleakten Film ohne Absprache mit Arte und WDR online. Chefredakteur Julian Reichelt sagte, der Verdacht liege nahe, dass die Doku nicht gezeigt werde, weil sie "politisch nicht genehm" sei (DWDL.de berichtete). Bei Arte reagiert man nun überraschend gelassen auf die Aktion von Bild.de.

Man habe zur Kenntnis genommen, dass Bild.de die Doku "in eigener Verantwortung" online gestellt hat. Diese Vorgehensweise sei "befremdlich", heißt es vom Sender. Dennoch habe man "keinen Einwand, dass die Öffentlichkeit sich ein eigenes Urteil über den Film bilden kann." Dennoch wolle man den Film auch weiterhin nicht im eigenen Programm zeigen, um ihn nachträglich doch zu legitimieren. Erneut verweist Arte auf "gravierende" Änderungen am verabredeten Sendungskonzept.

Die Unterstellung von Reichelt, man zeige die Doku nicht, weil sie vielleicht "politisch nicht genehm" sei, weist der Sender zurück und nennt sie "absurd". Arte-Sprecherin Claude-Anne Savin erklärt: "Der ursprünglich von der Programmkonferenz genehmigte Programmvorschlag sah ausdrücklich das Thema des unter dem Deckmantel der Israelkritik versteckten Antisemitismus vor - entsprechend der editorialen Linie von Arte als europäischer Sender aber nicht im Nahen Osten, sondern in Europa."

Update (14:05 Uhr): Auch der WDR hat sich auf DWDL.de-Nachfrage inzwischen zur "Bild"-Aktion geäußert und erklärt, man nehme die Veröffentlichung zur Kenntnis. Man werde nicht juristisch dagegen vorgehen.

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