Das Erste © ARD
Mit anschließender Diskussionsrunde

Nun also doch im TV: Das Erste zeigt Antisemitismus-Doku

 

Nachdem Bild.de mit der Ausstrahlung der Antisemitismus-Doku den Druck auf Arte und den WDR erhöhte, folgt nun die Kehrtwende der Öffentlich-Rechtlichen: Bereits in der kommenden Woche ist der Film im Ersten zu sehen. Im Anschluss gibt es eine Diskussionsrunde.

von Timo Niemeier
16.06.2017 - 18:44 Uhr

Die Dokumentation "Auserwählt und ausgegrenzt - Der Hass auf Juden in Europa" wird nun doch noch bei den Öffentlich-Rechtlichen gezeigt. Zuletzt lagen die Rechte bei Arte, dort weigerte man sich aber, den Film zu zeigen und begründete dies mit handwerklichen Mängeln und der Tatsache, dass der Film nicht dem entspräche, was man in Auftrag gegeben habe. Der beim Projekt federführende WDR hat sich inzwischen die Ausstrahlungsrechte gesichert und nun angekündigt, dass die Doku am kommenden Mittwoch, den 21. Juni, im Ersten gezeigt wird.

Damit erfährt der Film noch einmal deutlich mehr Aufmerksamkeit als bei einer möglichen Ausstrahlung bei Arte oder im WDR. Das Erste zeigt die Doku im Anschluss an die "Tagesthemen" und an ein Interview mit Ursula von der Leyen ab 22:15 Uhr. Nach der 90-minütigen Doku sendet Das Erste zudem ein "Maischberger"-Spezial, in dem sich noch einmal alles rund um den Film drehen wird. In der Diskussionsrunde sollen dann auch die beanstandeten handwerklichen Mängel berücksichtigt werden.

WDR-Intendant Tom Buhrow sagt dazu: "Das Thema der Dokumentation war und ist uns wichtig. Und je wichtiger das Thema, desto genauer muss die journalistisch-handwerkliche Sorgfalt sein. Dabei gilt: Sorgfalt vor Schnelligkeit. Wir haben den Film intensiv geprüft und ich habe entschieden, die Dokumentation und unsere handwerklichen Fragezeichen dazu transparent zur Diskussion zu stellen." Volker Herres, Programmdirektor des Ersten, ergänzt: "Ich halte es für richtig, die umstrittene Dokumentation jetzt einem breiten Publikum zugänglich zu machen, auch und trotz ihrer handwerklichen Mängel. Nur so kann sich das Fernsehpublikum ein eigenes Bild machen. Die ja längst stattfindende öffentliche Diskussion bekommt so eine Grundlage, auf der sich jeder sein eigenes Urteil bilden kann."

Nach der Ablehnung durch Arte hatte der WDR den Film noch einmal geprüft, dabei habe man "journalistisch-handwerkliche Mängel" festgestellt. So enthalte der Film Tatsachenbehauptungen, für die es keine ausreichenden Belege gebe. Betroffene seien mit den gegen sie erhobenen Vorwürfen nicht konfrontiert worden und zudem wurden offenbar Persönlichkeitsrechte verletzt. Am Dienstag sorgte Bild.de für viel Aufmerksamkeit, als das Online-Portal den Film ohne Genehmigung von Arte oder des WDR für 24 Stunden auf seiner Webseite zugänglich machte. Auch auf Youtube ist die Doku mittlerweile in voller Länge zu finden.


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