Disney, Sky, Fox © Disney, Sky, Fox
Britische Behörden entscheiden

Disney muss nach Fox-Übernahme für Sky bieten

 

Wenn Disney tatsächlich 21st Century Fox übernimmt, muss es auch ein Angebot zur vollständigen Übernahme von Sky machen. Das haben die britischen Behörden nun entschieden. Das Angebot muss mindestens auf dem Niveau des letzten Murdoch-Gebots liegen.

von Timo Niemeier
12.04.2018 - 18:55 Uhr

39 Prozent an Sky hält Rupert Murdoch über 21st Century Fox. Ende 2016 kündigte er an, gerne auch den Rest übernehmen zu wollen und machte ein entsprechendes Angebot. Die britischen Behörden stellen sich seither aber quer, die sehen die Medien-Pluralität in Gefahr. Nun soll 21st Century Fox selbst übernommen werden, von Disney nämlich. Damit würde auch der 39-prozentige Anteil von Sky an Disney fallen. Nun haben die britischen Wettbewerbshüter entschieden, dass Disney im Falle einer erfolgreichen Fox-Übernahme in jedem Fall ein Übernahmeangebot für Sky machen muss.


Dies muss mindestens 10,75 Pfund pro Sky-Aktie betragen - so viel wollte Murdoch zuletzt selbst für die restlichen Sky-Anteile zahlen. Das Angebot muss innerhalb von 28 Tagen nach der erfolgten Übernahme von Fox vorgelegt werden. Die Wettbewerbshüter haben allerdings zwei Ausnahmen aufgestellt: Sollte Fox die Sky-Übernahme noch vor dem eigenen Verkauf durchbringen, wäre die Auflage hinfällig. Auch wenn ein anderes Unternehmen mindestens mehr als die Hälfte der Sky-Anteile übernehmen würde, müsste Disney das Angebot nicht vorlegen. Zuletzt schaltete sich auch Comcast in den Übernahmepoker ein und legte ein Angebot vor.

Die Auflage der Wettbewerbshüter ist vor allem deshalb interessant, weil Disney auch für die 61 Prozent bieten muss, wenn Murdoch mit seinem Übernahmeversuch von Sky scheitert - und danach sieht es derzeit aus. Disney hatte im Dezember vorgeschlagen, es in diesem Fall einfach bei den 39 Prozent zu belassen, dem schieben die Behörden nun einen Riegel vor. Wenn ein Unternehmen 30 Prozent oder mehr Anteile an einem anderen Konzern besitzt, muss grundsätzlich ein Übernahmeangebot für die restlichen Anteile erfolgen. Ausnahmen gibt es - in diesem Fall aber nicht für Disney. Der US-Riese hatte argumentiert, bei der angestrebten Übernahme von 21st Century Fox sei es dem Konzern gar nicht um die Sky-Anteile gegangen - die britischen Wettbewerbshüter ziehen das nun infrage.

Anfang April hatte Disney angeboten, Sky News direkt zu übernehmen. Dieser Schritt würde es Murdoch voraussichtlich erleichtern, die restlichen Anteile an Sky zu erwerben. Disney werde damit die journalistische Unabhängigkeit von Sky News sicherstellen, so Murdoch damals. Als Alternative bot er den britischen Behörden an, dass Sky News von einem unabhängigen Gremium beaufsichtigt werden könnte und damit auch als Teil des Fox-Konzerns intern unabhängig bleiben würde.


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