Netflix arbeitet in einem Business, in dem man sich direkt an die Konsumentinnen und Konsumenten richtet. Vieles dreht sich also um die Inhalte - und davon hat der Streamingdienst bekanntlich einige. Für das abgelaufene Quartal nennt Netflix in einem Brief an die Aktionärinnen und Aktionäre einige wenige Formate, durch die man in den vergangenen Monaten gewachsen sei. Neben Produktionen wie "One Piece" oder "Suits" findet sich in der Aufzählung auch das deutsche "Liebes Kind", produziert von Constantin Television.
Diese und einige weitere Formate haben dazu beigetragen, dass Netflix im dritten Quartal des Jahres kräftig gewachsen ist. So konnte man netto 8,76 Millionen neue Kundinnen und Kunden gewinnen, Analysten hatten zuvor mit einem deutlich geringeren Wachstum gerechnet. Die Zahl der Abonnenten liegt mittlerweile bei 247,2 Millionen - im Vergleich zum Vorjahresquartal ist das ein Plus in Höhe von 10,8 Prozent. Damit wächst Netflix wieder deutlich - das ist auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass man inzwischen stark gegen das sogenannte Account-Sharing vorgeht.
Und auch der Umsatz stieg im abgelaufenen Quartal um 7,8 Prozent auf 8,54 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn lag bei 1,67 Milliarden. Als richtige Entscheidung stellt sich mehr und mehr die Tatsache heraus, dass Netflix inzwischen auch im Werbegeschäft aktiv ist. Hier liege großes Wachstum, heißt es von Netflix. Im Vergleich zum vorangegangenen Quartal hat sich die Zahl der Abonnenten, die sich für ein Abo mit Werbung entschieden haben, um 70 Prozent erhöht. Außerdem würden 30 Prozent der Personen, die ein neues Abo abschließen, eines mit Werbung auswählen - sofern sie in einem Land leben, in dem Netflix das anbietet. Man arbeite hier an einer Skalierung, heißt es von Netflix.
Netflix bittet in einigen Märkten zur Kasse
Mit dem Rückenwind der starken Geschäftszahlen hat Netflix nun außerdem eine Reihe weiterer Preiserhöhungen angekündigt. Diese betreffen Deutschland (noch) nicht, dafür aber die Kundinnen und Kunden in Großbritannien, Frankreich und den USA. Hier hebt Netflix die Preise für diverse Abo-Modelle an. Der Netflix-Aktie tut das alles gut, sie legte nach der Vorlage der Geschäftszahlen merklich zu.
Trotz der insgesamt guten Geschäftsentwicklung spricht Netflix von "herausfordernden" sechs Monaten, die hinter dem Unternehmen liegen würden. Dabei bezieht man sich vor allem auf die Streiks in den USA, Autoren und Schauspieler legten teilweise gleichzeitig die Arbeit nieder. Mit den Autorinnen und Autoren konnten sich die Filmstudios inzwischen einigen, mit den Schauspielenden nach wie vor nicht. "Wir sind bestrebt, die verbleibenden Probleme so schnell wie möglich zu lösen", heißt es von Netflix, das aber trotz der Streiks gezeigt hat, dass die Wachstumsstory des Streamings noch längst nicht vorüber ist. Damit das so bleibt, sollten man sich aber tatsächlich eher schneller als langsamer mit den Schauspielerinnen und Schauspielern einigen.
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