
Für die verbliebenen Fans der RTL-Daily "Unter uns" war es ein Schock: Anfang der Woche hat der Sender angekündigt, die lang laufende Serie im kommenden Frühjahr einzustellen. Nach 32 Jahren enden damit voraussichtlich die Geschichten aus der Schillerallee, die UFA will sich zwar noch nach alternativen Auswertungsmöglichkeiten umsehen, bei RTL ist im März 2027 jedoch Schluss (DWDL.de berichtete). Die Entscheidung kommt nicht von ungefähr: Ähnlich wie andere Formate hat auch "Unter uns" in den vergangenen Jahren linear konstant an Zuspruch verloren.
Noch 2022 kratzte die Serie im Jahresschnitt an der Marke von 1 Million Zuschauerinnen und Zuschauern, davon hatte sie sich zuletzt immer weiter entfernt. Zuletzt sahen im Schnitt nur noch etwas mehr als 600.000 Menschen zu. In der jungen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen lag die Reichweite zuletzt häufig bei weniger als 100.000 und bei RTL+ ist "Unter uns" nicht ähnlich erfolgreich wie "GZSZ" oder "Alles was zählt". Die Gesamtleistung ist also nicht ausreichend und hinzu kommt der steigende Kostendruck.
Marktanteil-Langzeittrend: Unter uns
dwdl.de/zahlenzentrale
14-49 Jahre
Nach der Ankündigung von RTL, die Serie einzustellen, formierten sich online Fans, um das Ende doch noch abzuwenden. Zur Wahrheit gehört aber auch: Zumindest in den linearen TV-Quoten spiegelt sich das noch nicht wider. In der gesamten Woche lag die durchschnittliche Reichweite von "Unter uns" bei etwas mehr als 500.000, der Marktanteil in der klassischen Zielgruppe lag nie höher als 6,2 Prozent. Am Freitag wurden sogar nur 3,7 Prozent gemessen.
In der zurückliegenden Woche lag bei RTL eigentlich ein inhaltlicher Fokus auf "Alles was zählt", das in diesen Tagen 20-jähriges Jubiläum feierte. Die vergangene Woche war daher als Jubiläumswoche angelegt - spürbare Auswirkungen auf die Quoten hatte das aber nicht. Immerhin: Vier von fünf Folgen erreichten mehr als eine Million Fans, der Marktanteil lag etwas unter 10 Prozent. Damit lag die Daily ungefähr auf dem Niveau der zurückliegenden Wochen. Aber auch "Alles was zählt" ist linear längst nicht mehr so erfolgreich wie früher: 2022 sahen im Schnitt noch fast 2 Millionen Menschen zu, aktuell sind es zwischen Januar und 4. September 1,21 Millionen. Dafür gehört die Serie im Streaming zu den erfolgreichsten Formaten überhaupt.
Und dann noch ein kurzer Blick in die Daytime von ProSieben, wo am Freitag der WM-Auftakt der deutschen Basketballerinnen gegen Spanien zu sehen war. Das Interesse war jedoch überschaubar: 260.000 Fans sahen im ersten Viertel zu, das war aber schon das höchste der Gefühle. Die Reichweite ging später noch bis auf 160.000 zurück. Während der Marktanteil in der klassischen Zielgruppe zu Beginn noch bei 4,0 Prozent lag, was schon ein schlechtes Ergebnis ist, waren hintenraus nur noch 1,9 Prozent drin.
Quelle für alle Daten in diesem Artikel, sofern nicht anders vermerkt: AGF SCOPE 1.15; Marktstandard: Bewegtbild; vorläufig gewichtete Daten; Tages-MA: Auswertungstyp TV-Zeitintervall; nutzungsbezogen; Sendungsdaten: Auswertungstyp TV; produktbezogen;
von 




