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Vor rund einem Jahr, nur kurz nach der angekündigten Sky-Übernahme durch RTL Deutschland, hatte die Ad Alliance angekündigt, TV-Werbebuchungen ab 2028 auf das sogenannte TKP-Modell umstellen zu wollen. Und man kündigte einen harten Schnitt an, das Spot-by-Spot-Modell sollte es künftig nicht mehr geben. Die Vorgehensweise der TV-Werbebuchung wäre damit auf völlig neue Beine gestellt worden. Die Verantwortlichen wollten so auch eine bessere Vergleichbarkeit mit großen Digitalplattformen ermöglichen. 

Aus der Branche gab es immer wieder Kritik am geplanten Vorhaben. Mediaagenturen störten sich beispielsweise weniger am eigentlichen Ziel der Umstellung, aber sehr wohl an der Tatsache, dass viele Details noch im Unklaren blieben. Auch das Tempo der Werberevolution wurde - mal mehr und mal weniger offen - kritisiert. Obwohl die Umstellung erst 2028 erfolgen sollte, war das einigen Branchenteilnehmern zu schnell. Schließlich sollte hier ein Modell abgeschafft werden, das zuvor über Jahrzehnte etabliert war (Mehr zu den damaligen Plänen und der Kritik daran lesen Sie hier).

Frank Vogel, Geschäftsführer der Ad Alliance und neuerdings auch verantwortlich für die Sky-Vermarktung sowie die RTL AdAlliance (DWDL.de berichtete), hat gegenüber "Horizont" nun einen Strategieschwenk angekündigt. So hält man grundsätzlich am TKP-Modell fest, den angekündigten Hardcut ab 2028 soll es aber nicht mehr geben. "Wir haben uns dazu entschlossen, auch über 2028 hinaus weiterhin Spot-by-Spot-Buchungen zuzulassen", so Vogel gegenüber "Horizont". Künftig werden also beide Modelle nebeneinander existieren. 

"Das ist kein Zurückrudern, sondern eine bewusste Entscheidung auf Basis der Signale aus dem Markt, auf die wir natürlich reagieren", so Vogel weiter. "Wir sind überzeugt, dass wir unser Ziel schneller erreichen, wenn wir dem Markt mehr Raum geben". Man habe in den vergangenen Monaten intensiv Feedback gesammelt, sagt der Chef der Ad Alliance. "Dabei wurde sehr deutlich: Das Ziel passt und wird unterstützt, aber das Tempo erzeugt Reibung." Andere Vermarkter zeigten zwar grundsätzlich Interesse an dem TKP-Modell, wollten sich aber nicht auf einen harten Umstieg ab 2028 festlegen. Auch das hat die Pläne in Köln wohl gebremst. 

Angekündigt wurde der TKP-Hardcut im Sommer des vergangenen Jahres übrigens von Carsten Schwecke, damals noch Chief Commercial, Technology & Data Officer von RTL Deutschland. Im Zuge der Übernahme von Sky Deutschland hat Schwecke das Unternehmen aber schon wieder verlassen - damit hängt der Strategiewechsel nun laut Frank Vogel aber nicht zusammen. Gegenüber "Horizont" sagt er: "Anpassungen, wie wir sie jetzt vornehmen, sind keine Entscheidungen, die innerhalb von zwei oder drei Wochen entstehen, sondern das ist ein Prozess, in dem wir über längere Zeit sehr genau dem Markt zuhören und daraus unsere Schlüsse ziehen. Genauso wie die Entscheidung zur Einführung des TKP-Modells bereits getroffen wurde, bevor Carsten zu uns gestoßen ist. Insofern ist das keine Personenentscheidung, sondern eine klare Unternehmensentscheidung."