Brainpool TV, Jörg Grabosch © Brainpool
Ist der geplante Anteilsverkauf rechtens?

Grabosch gegen Banijay: Streit kommt im Juli vor Gericht

 

Noch immer hat Banijay nicht die Kontrolle über Brainpool erlangt, weil man die Anteile von Stefan Raab nicht übernehmen darf. Im Juli geht der Streit zwischen Brainpool-Gründer Jörg Grabosch und Banijay/Raab vor Gericht.

von Timo Niemeier
30.05.2018 - 15:28 Uhr

In dem seit Monaten andauernden Machtkampf bei Brainpool wird es im Juli spannend, dann nämlich treffen sich Brainpool-Gründer Jörg Grabosch und die Banijay-Vertreter vor Gericht. Das Landgericht Köln hat nun einen ersten Verhandlungstag am 5. Juli angesetzt, das bestätigte das Gericht gegenüber der "FAZ". In der mündlichen Verhandlung geht es um die Brainpool-Anteile von Stefan Raab, die dieser eigentlich an Banijay verkaufen wollte. Damit würden die Franzosen über die Mehrheit an der Produktionsfirma verfügen.

Grabosch erwirkte bereits Ende März vor dem Landgericht Köln eine Einstweilige Verfügung, die es Raab untersagte, seine Anteile an Banijay zu verkaufen. Die Anwälte von Jörg Grabosch erklärten damals, es handele sich bei dem geplanten Anteilsverkauf um den Versuch, "handstreichartig und unter Missachtung aller hergebrachten Grundsätze des deutschen GmbH-Konzernrechts die Kontrolle (über Brainpool) zu übernehmen". In einem anderen Punkt bezeichneten die Anwälte das Vorgehen von Raab und Banijay als "krass rechtswidrig".

Nun werden die Richter klären müssen, inwieweit Raab seine Anteile an Brainpool verkaufen darf. Winken sie den geplanten Verkauf durch, würde Banijay wohl schon bald die Mehrheit an der Produktionsfirma von Jörg Grabosch halten - und ihn dann wohl auch recht schnell vor die Tür setzen. Nicht auszuschließen ist, dass es Anfang Juli keine Einigung geben wird und sich das Verfahren noch weitere Wochen und Monate zieht.

Zuletzt hatte Banijay einen Teilerfolg gegen Grabosch errungen und auf einer Gesellschafterversammlung, trotz einer zweiten Einstweiligen Verfügung, Peter Langenberg (COO Banijay) zum Brainpool-Geschäftsführer berufen. Zudem wurden Grabosch und Andreas Scheuermann damals als Geschäftsführer der Brainpool Beteiligungsgesellschaft mbH, der Brainpool TV GmbH und der Raab TV Produktion GmbH abberufen - sie behielten ihre Posten aber dennoch. Das Landgericht Köln verfügte damals, dass die Geschäftsführer die Entscheidungen künftig gemeinsam treffen müssen. Außerdem sprachen die Richter Grabosch und Scheuermann das Recht auf Einblick in die Geschäftsunterlagen zu.

Neben Brainpool zieht Banijay mit der Banijay Productions Germany derzeit auch eine weitere Produktionsfirma unter eigener Flagge hoch, diese wird von Arno Schneppenheim geführt (DWDL.de berichtete). Künftiger Chef von Banijay Germany, und damit auch von Brainpool und Banijay Productions Germany, soll der ehemalige Endemol-Shine-CEO Marcus Wolter werden. Er tritt seinen neuen Job im August an. Vielleicht herrscht bis dahin Klarheit, wer bei Brainpool letztendlich das Sagen hat.

Update (5. Juli): Der Verhandlungstermin wurde um eine Woche auf den 12. Juli verschoben.

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