Jan Büttner © SWR/Alexander Kluge
"Gegeneinander hat stark zugenommen"

SWR-Verwaltungchef zieht Intendanten-Bewerbung zurück

 

Die Wahl des neuen SWR-Intendanten offenbart reichlich Streit innerhalb der öffentlich-rechtlichen Anstalt. Jetzt hat Verwaltungsdirektor Jan Büttner seine Bewerbung zurückgezogen - und in einem Rundschreiben Missstände offengelegt.

von Alexander Krei
19.03.2019 - 20:36 Uhr

Die bevorstehende Wahl des neuen SWR-Intendanten sorgt schon seit einigen Tagen für Ärger. Obwohl es gleich mehrere namhafte Bewerber gibt, hatte die Findungskommission die Auswahl auf ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke und die baden-württembergische SWR-Landessenderdirektorin Stefanie Schneider eingeschränkt. Verwaltungsdirektor Jan Büttner, der von der Findungskommission nicht berücksichtigt wurde, hat seine Bewerbung jetzt zurückgezogen und in einem Rundschreiben seinem Unmut über das Verfahren Luft gemacht.

Mit der Rücknahme seiner Bewerbung wolle er "weiteren Schaden" vom SWR abwenden, wird Büttner von der "Süddeutschen Zeitung" zitiert. Zugleich mahnte er, dass das "Gegeneinander von Direktionen und Standorten in den letzten Jahren stark zugenommen" habe. Der SWR habe es 21 Jahre nach der Fusion von SDR und SWF noch immer nicht geschafft, eine Einheit zu werden. "Wenn wir das Gleichgewicht zwischen den drei Hauptstandorten dabei gut austarieren, dann werden wir endlich ein SWR."

Büttner erklärte, der SWR müsse in den Strukturen, aber auch im Programm effizienter werden. "Der multimediale Umbau hat in der Praxis teilweise zu überbordenden Planungs- und Abstimmungsprozeduren geführt." Unterdessen wollen sich mehrere Rundfunkrats-Mitglieder offenbar dafür stark machen, nicht nur Schneider und Gniffke anzuhören, sondern auch den Vize-Landessenderchef Clemens Bratzler und NDR-Fernseh-Chefredakteur Andreas Cichowicz. Diese wollen laut "SZ" wohl an ihrer Bewerbung festhalten.

SWR-Verwaltungsratschef Hans-Albert Stechl hatte die Kritik an angeblich mangelnder Transparenz zuletzt zurückgewiesen. Es sei außerdem "falsch und für den SWR schäd­lich, wenn er vor par­tei­po­li­ti­schem Ein­fluss warnt", sagte er mit Blick auf Äußerungen von Volker Stich, der als Vorsitzender des Rundfunkrats Baden-Württemberg fungiert (DWDL.de berichtete). Je­der zu­sätz­li­che Kan­di­dat, der in der ge­mein­sa­men Sit­zung des Rund­funk­ra­ts vor­ge­schla­gen werde und eine ein­fa­che Mehr­heit erhalte, kön­ne sich zur Wahl stel­len, so Stechl.

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