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Die Jahresmarktanteile 2017

ProSieben 2017 größter Verlierer, Vox einziger Gewinner

 

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ZDF - der Fels in der Brandung

Jahres-MA 2017 ZDF

Alle reden über die Fragmentierung - nur das ZDF scheint von dieser Entwicklung völlig unbeeindruckt, obwohl man mit ZDFneo ja eigentlich selbst stark an den Reichweiten der großen Sender nagt. Doch dem ZDF gelang das Kunststück, den Marktanteil in diesem Jahr im Vergleich zum Sportjahr 2016 stabil bei 13,0 Prozent beim Gesamtpublikum zu halten. Der Vorsprung aufs zweitplatzierte Erste vergrößerte sich damit noch auf stattliche 1,7 Prozentpunkte. Bemerkenswert ist dabei die jahrelange Stabilität: 14 Jahre zuvor stand das ZDF mit 13,3 Prozent kaum besser da, während alle anderen der großen fünf Sender massiv verloren haben.

Das ZDF profitiert dabei davon, dass der Nachmittag und Vorabend ein überaus stabiles Fundament bilden, sodass auch der ein oder andere Tiefschlag in der Primetime - wie etwa der misslungene Versuch der Einführung eines Serien-Donnerstags oder die chronische Schwäche am Info-Dienstag - problemlos zu verkraften sind. Dieses Fundament besteht aus Krimis und natürlich "Bares für Rares", das zu einer Art Allzweckwaffe am Nachmittag, in der Primetime und zusätzlich auch noch am Vorabend bei ZDFneo geworden ist.

Die hohe Krimi-Dichte im ZDF sorgt also für konstant hohe Marktanteile beim Gesamtpublikum - die Tatsache, dass all die "SOKOs" und "Rosenheim-Cops" aber nur wenige Jüngere ansprechen, zementiert auch die Probleme bei den unter 50-Jährigen. Und tatsächlich: Während das ZDF seinen Marktanteil beim Gesamtpublikum leicht steigern konnte, ging er bei den 14- bis 49-Jährigen im Vergleich zum Sportjahr 2016 deutlich um 0,6 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent zurück.

Historischer Tiefstwert: Das Erste verliert das ZDF aus den Augen

Jahres-MA 2017 Das Erste

Auch wenn Das Erste eine der größten Baustellen der jüngeren Vergangenheit - den Vorabend - mit seiner Quiz-Schiene eindrucksvoll saniert hat, konnte der Sender seinen Abwärtstrend nicht stoppen und fällt damit immer weiter hinter den öffentlich-rechtlichen Konkurrenten zurück. 11,3 Prozent betrug der Jahresmarktanteil noch. Während das ZDF im Vergleich zum Vorjahr 0,1 Prozentpunkt zulegte, ging es für Das Erste um 0,8 Prozentpunkte nach unten. Und während man beim ZDF die erstaunliche Stabilität loben kann, bleibt für die ARD zu konstatieren: Es war der niedrigste je gemessene Jahresmarktanteil für Das Erste.

Auch bei den 14- bis 49-Jährigen gab's mit 6,5 Prozent Marktanteil einen neuen Tiefstwert, hier ist das Niveau in sport-freien Jahren aber trotzdem seit 2009 quasi stabil. Alles in allem hat sich das Publikum des Ersten in den letzten Jahren also verjüngt - etwas, das wiederum dem ZDF so nicht gelungen ist. Größtes Quotenhighlight war in diesem Jahr neben dem "Tatort" fraglos "Charité", die sich zur erfolgreichsten Serie des Landes aufschwang - und dabei nebenbei den Beweis antrat, dass horizontal erzählte Serien außerhalb des Krimi-Genres sehr wohl auch in Deutschland die Massen erreichen können, auch wenn man das auf Diskussionspanels hierzulande gerne unterschlägt.

Im kommenden Jahr wird Das Erste dank Fußball-WM und Olympia natürlich wieder steigende Quoten vorweisen können. Doch den um diese Sondereinflüsse bereinigten generellen Abwärtstrend zu stoppen ist deshalb so schwierig, weil es eigentlich kaum große Baustellen in der Primetime gibt, die man einfach angehen kann. Ein bekannter Problem-Sendeplatz liegt am Nachmittag um 16 Uhr, wo zuletzt auch Quiz-Formate nichts an der Misere ändern konnten - doch selbst das Schließen dieser Lücke wird Das Erste nicht plötzlich deutlich nach vorn bringen. Ansonsten liegen viele Probleme in Randbereichen des Programms, etwa am späteren Abend, oder am Vormittag.

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