Quelle der Daten für diesen Artikel: AGF Videoforschung

Jahres-MA 2019 ProSieben

ProSieben legt leicht zu - schwächelt aber in zweiter Jahreshälfte

Blickt man auf den ProSieben-Marktanteil 2019, dann kann man auf den ersten Blick durchatmen: Nachdem man im vergangenen Jahr den vier Jahre anhaltenden Abwärtstrend erstmals durchbrechen und den Marktanteil immerhin stabil halten konnte, ging es 2019 - zumindest beim jungen Publikum (Gesamt: -0,1 Prozentpunkt auf 4,3 Prozent) sogar wieder bergauf - allerdings nur ganz leicht um 0,1 Prozentpunkt auf nun 9,6 Prozent Marktanteil. Dabei hatte es zwischenzeitlich sogar so ausgesehen, als könnte sich ProSieben tatsächlich an die Rückeroberung der 10-Prozent-Marke machen. Nachdem im Zuge der Erholung am Vorabend im November 2018 erstmals wieder über die 10-Prozent-Marke gelugt wurde, gelang das 2019 auch im Februar und März nochmal. Zu diesem Zeitpunkt lag ProSieben bis zu eineinhalb Prozentpunkte über dem Monats-Wert des Vorjahres, wie überhaupt bis zum Juli die Vorjahreswerte teils deutlich übertroffen wurden. Gekrönt wurde dieser gute Lauf mit "The Masked Singer", das sich im Sommer als erfolgreichste Show-Neustart seit vielen Jahren entpuppte und alle Erwartungen pulverisierte.

Allerdings hielt dieser Aufwärtstrend zuletzt nicht mehr an. Seit August liegt ProSieben nämlich jetzt schon durchweg unter den Vorjahreswerten, im November sogar fast einen Prozentpunkt. Dass sich die Verluste zu Jahresende noch ausweiteten, lässt sich etwa damit erklären, dass "The Voice" diesmal schon früher lief und bei ProSieben nur noch bis in den Oktober zu sehen war - und "Queen of Drags" aus Quotensicht hier bei Weitem nicht mithalten konnte, weil es nur bei den Unter-30-Jährigen funktionierte. Als völliger Fehlschlag erwies sich im Herbst zudem die "Liveshow bei dir Zuhause" - und "Joko und Klaas gegen ProSieben" blieb zwar erfolgreich, tat sich aber ein ganzes Stück schwerer als noch im Sommer. Dazu lief es auch am Nachmittag spürbar schwächer als noch im Vorjahr.

Mit Blick aufs kommende Jahr wird es vor allem spannend, wie gut man kompensieren kann, dass das letzte wirklich starke Pferd im US-Fiction-Stall - "The Big Bang Theory" - nicht mehr mit neuen Folgen zur Verfügung steht. "Young Sheldon" muss erstmal noch beweisen, dass es auch ohne den Kompagnon funktioniert. Auf die Flaute im Serien-Bereich aus den USA reagiert ProSieben zudem mit dem Ausbau deutscher Fiction - doch auch das dürfte wohl ein dickes Brett sein, das hier gebohrt werden muss. 2020 wird daher wohl nicht gerade ein Selbstläufer für den Sender werden.

Jahres-MA 2019 Vox

Vox: Erstarkter Vorabend macht Jahresanfangs-Schock vergessen

Das Jahr 2019 begann für Vox mit einem kleinen Schock: Der Januar war - wenn man die EM/WM-Monate mal außen vor lässt - für den Sender der schwächste Monat seit 2005. Doch der Sender hat im Verlauf des Jahres noch die Kurve bekommen. Letztendlich konnte Vox seinen Jahresmarktanteil wieder um 0,2 Prozentpunkte auf nun 7,1 Prozent steigern - damit bewegt man sich über die letzen Jahre nun auf einem relativ stabilen Niveau, was in Zeiten der Fragmentierung ja schonmal eine ganze Menge ist. Allerdings gelang es Vox in diesem Jahr nicht, in der Primetime neue Highlights aus Quotensicht zu setzen. "Survivor" etwa erwies sich als bitterer Fehlschlag und wurde am späten Abend versendet, der Einstieg in Comedy-Formate verlief mäßig, auch eine weitere Mälzer-Raue-Show am Freitagabend ging zuletzt unter - und im Bereich eigenproduzierter Serien legte man zwar ungewöhnliche neue Produktionen vor, doch ein neuer Erfolg à la "Club der roten Bänder" ist weit und breit nicht in Sicht.

Dass man letztlich trotzdem so ordentlich übers Jahr kam, ist nicht zuletzt einem Aufschwung am Vorabend zu verdanken. Das von manchen schon totgesagte "Perfekte Dinner" konnte sich wieder deutlich erholen und hat das erfolgreichste Jahr seit 2015 hinter sich - und zwar bei im Lauf des Jahres ansteigender Tendenz. Zuvor spielt sich auch "First Dates" immer besser ein. Dank dieser starken Basis lässt sich so mancher Fehlschlag in der Primetime leichter verschmerzen. Beim Gesamtpublikum gab's übrigens keinerlei Bewegung, hier verharrte der Jahresmarktanteil bei 4,8 Prozent, womit der Vorsprung auf ProSieben aber sogar noch leicht auf einen halben Prozentpunkt anwuchs.


Quelle für alle Daten in diesem Artikel: AGF Videoforschung in Zusammenarbeit mit GfK ; videoSCOPE 1.4, Marktstandard: TV