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Minimalziel: Die geordnete Insolvenz

DuMont prüft juristische Schritte gegen Joiz-Übernahme

 

Das chaotische Ende des Jugendsenders Joiz in Berlin wird die Juristen beschäftigen: Die Kölner Mediengruppe DuMont bestreitet die Rechtmäßigkeit der Übernahme durch einen Berliner Immobilieninvestor und seine Abwicklung.

von Thomas Lückerath
27.09.2016 - 13:55 Uhr

Seit Anfang September weht ein neuer Wind bei Joiz in Berlin: Der Berliner Immobilieninvestor Uwe Fabich hat den Jugendsender übernommen und hat zur Überraschung aller Angestellten, der früheren Geschäftsführerin und Minderheitsgesellschafter DuMont als Wirbelwind gewütet. Die Abschiedssendung von Joiz ist schon gelaufen und in dieser Woche soll das Unternehmen nach Informationen des Medienmagazins DWDL.de in die geordnete Insolvenz geführt werden.

Doch das Ende von Joiz wird noch ein juristisches Nachspiel haben, denn neue Erkenntnisse bringen eine interessante Wende in das Berliner Chaos: Im Raum steht die Frage, ob Uwe Fabich überhaupt rechtmäßiger Mehrheitseigener der Joiz GmbH geworden ist und demnach berechtigt war, Entscheidungen zu treffen. Ein Kaufvertrag mit dem Insolvenzverwalter der Schweizer Joiz AG wurde zwar abgeschlossen, stand aber nach Schweizer Recht noch unter Vorbehalt.

In Berlin schaffte Unternehmer Fabich jedoch ohne Berücksichtigung von Fristen kurzerhand Fakten: In einer Nacht- und Nebel-Aktion wurde Michael Obermeier zum zweiten Geschäftsführer der Joiz GmbH bestellt, wenig später die bisherige Geschäftsführerin Britta Schewe gefeuert. Auch wurde bereits Equipment des Senders aus den Räumlichkeiten entfernt. All das ist passiert ohne dass die Gesellschaftsanteile an der Joiz GmbH bislang übertragen wurden.

Dokumentiert wird dieser Umstand durch die Tatsache, dass die Schweizer Insolvenzverwaltung der Joiz AG - Verkäuferin der 80-prozentigen Anteile an der Berliner Joiz GmbH - und die Kölner Mediengruppe DuMont den von Fabich eingesetzten Geschäftsführer Michael Obermeier am vergangenen Freitag, den 23. September, abberufen haben. Dies bestätigt DuMont auf Anfrage des Medienmagazins DWDL.de.

Angesichts der Tatsache, dass der Kaufpreis für die 80-prozentigen Anteile der Joiz GmbH weit unter dem Wert des vorhandenen Studio-Equipments gelegen haben soll, welches vom vermeintlichen Eigentümer bereits entfernt wurde, prüft die Kölner Mediengruppe DuMont juristische Schritte gegen den Berliner Immobilieninvestor Fabich. Der Wert des Equipments liege immerhin im einstelligen Millionenbereich.

Hoffnung auf eine Fortführung von Joiz hat man aber offenbar auch in Köln nicht mehr. Die geordnete Insolvenz und eine möglichst verträgliche Lösung für die betroffenen Mitarbeiter ist für Minderheitsgesellschafter DuMont das erhoffte Ziel. Offiziell will DuMont dies jedoch nicht kommentieren. Als DWDL.de am 1. September erstmals über das Chaos bei Joiz in Berlin berichtete, gab man offiziell zu Protokoll:

"Die Mediengruppe DuMont hält eine Minderheitsbeteiligung von 20 Prozent an der Joiz Germany GmbH. Wir werden natürlich entsprechend den Möglichkeiten unsere Rechte nutzen. In der Zusammenarbeit mit Joiz konnten wir viel für die Mediengruppe DuMont lernen und würden es sehr bedauern, wenn Joiz nicht fortgeführt werden würde." Vier Wochen Wirbelwind auf offenbar nicht vorhandener Grundlage hat die Hoffnungen zerstört.

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