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Streit um Einspeiseentgelte

Arte und Vodafone einigen sich nach über sieben Jahren

 

2013 stellten die öffentlich-rechtlichen Sender die Zahlung von Einspeiseentgelten an die großen Kabelnetzbetreiber ein. Nach einigen Urteilen fließt seit 2018 von ARD und ZDF allerdings wieder Geld, nun gelang auch mit Arte als letztem Sender eine Einigung

von Uwe Mantel
20.04.2020 - 15:00 Uhr

Als der Streit um die Einspeiseentgelte begann, da hießen die großen Kabelnetzbetreiber in Deutschland noch Kabel Deutschland, Unitymedia und Kabel BW. Vereinfacht gesagt stellten sich die öffentlich-rechtlichen Sender damals auf den Standpunkt, dass man diese Gelder nicht mehr zahlen werde - und die Netzbetreiber hatten wenig Handhabe dagegen, weil sie aufgrund gesetzlicher Vorschriften zur Verbreitung eines Großteils der Sender ohnehin verpflichtet waren. Was folgte, war ein viele Jahre währender Rechtsstreit, in dem es zunächst für die Sender ganz gut aussah, in dem die Urteile zuletzt aber zugunsten der Netzbetreiber fielen.

Seit 2018 haben ARD und ZDF daher bereits neue Verträge geschlossen, seither fließt dort also wieder Geld. Im letzten Jahr gelang auch die Einigung mit dem Deutschlandfunk. Und nun konnte Vodafone, das inzwischen alle oben genannten Kabelnetzbetreiber übernommen und auch deren Marken abgeschafft hat - auch den letzten noch schwelenden Rechtsstreit mit dem deutsch-französischen Kultursender Arte beenden. Zu finanziellen Details wollen sich die beiden Parteien wie üblich nicht äußern.

Klar ist aber, dass man sich über die Zahlung der Entgelte hinaus auch auf eine weitergehende Kooperation geeinigt hat. Im ersten Schritt ist die Integration digitaler Komfortfunktionen wie beispielsweise "Instant Restart", das Zurückspringen an den Anfang einer laufenden Sendung, vorgesehen. Zudem erhalten Vodafone-TV-Kunden auf der TV-Plattform GigaTV bald direkten Zugang zur Arte-Mediathek.

"Für unsere Kunden ist die erzielte Einigung eine gute Nachricht. Theater und Konzerthäuser sind geschlossen, der Kultur- und Musikgenuss findet vorranging im Netz statt. Arte bietet in seiner Mediathek eine vielfältige Auswahl spannender Sendungen, hochwertiger Features und hörenswerter Konzerte. Mit der langfristig ausgelegten Partnerschaft können wir unseren Kunden bald das kulturelle Angebot aus der Arte-Mediathek bereitstellen. Gemeinsam konzentrieren wir uns darauf, den Zuschauern ein großartiges Fernseherlebnis mit einem abwechslungsreichen TV-Angebot zu bieten, das jederzeit und überall abrufbar ist", sagt Andreas Laukenmann, Geschäftsführer für Privatkunden bei Vodafone Deutschland. Markus Nievelstein, Geschäftsführer von Arte Deutschland, fügt hinzu: "In diesen ungewöhnlichen Zeiten tut Arte sein Bestes, um die Welt in die Wohnzimmer zu bringen, tiefgründige Orientierung und intelligente Unterhaltung zu bieten. Auch wir freuen uns, dass sich durch diesen Vertrag der Kreis unserer Zuschauer erweitert und nicht nur unser hochwertiges Fernsehprogramm, sondern auch die vielfältigen digitalen Angebote des Senders nun zahlreichen Kabelhaushalten zugänglich werden."

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